Die Schönheit der Kritik
Jede Bühnenästhetik ist ein Statement, sie sagt etwas über die Welt. In den Augen des Duos Pinter/Kruse war sie noch nie ein schöner Ort, sie war düster, bedrohlich, abgründig und paranoid. Wenn bei Pinter das Reale ins Surreale kippte, wurde es ungemütlich. Entgegenzusetzen war dem allenfalls das Rockige, dezidiert Ungebundene. Finster blieb es.
Das kleine Duo aus zwei Pinter-Einaktern, das Kruse nun in Frankfurts Kammerspiel inszeniert hat, ist dazu ein kleines Nachspiel.
«One for the road» (früher: «Noch einen letzten») ist das Stück, mit dem Pinter 1984 erstmals offen politisch und – von heute aus gesehen – durchaus prophetisch wurde. In einem Verhör werden Entwürdigung und Vernichtung bis zur Neige ausgelotet. Pinter zeichnet und zelebriert die Lust an der Zerstörung. Ein Nachtrag nur zu seinen größeren Stücken, aber eben doch ein ganzes Weltbild, zumal wenn es im Inneren einer mit Globen ausgeschmückten und von einem Scheinwerfer erhellten düsteren Weltkugel stattfindet, wie in Frankfurts Kammerspiel.
Oliver Kraushaar als Folterer Nicolas benutzt Pinters Wortspiele, um die Bedrohung zu steigern, verdreht die Sätze Meister-Joda-mäßig und verstärkt die Worte mit seiner ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Peter Michalzik
Daten
Aachen, Grenzlandtheater
15. Clark und Goodall, Love Story
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
2. Greig, Die Ereignisse
R. Ludger Engels
Baden-Baden, Theater
18. Murray-Smith, Switzerland
R. Odette Bereska
Bamberg,
E.T.A.-Hoffmann-Theater
31. Labiche, Das Sparschwein
R. Ronny Jakubaschk
Basel, Theater
10. Tschechow, Drei Schwestern
R. Simon Stone
Berlin...
Auf die Bühne des Wiener Burgtheaters hat es die «Pension Schöller» in ihrer 126-jährigen Geschichte noch nie geschafft. Dafür gibt es in der Stadt Orte, die dafür besser geeignet scheinen, die Kammerspiele der Josefstadt zum Beispiel oder andere, dem Kitzel des Zwerchfells vorbehaltene Etablissements. Für die Kammerspiele entstand denn auch die berühmte...
Ein Theater zur Demokratie ist ein Theater der Biografien in ihren politischen Kontexten», schrieb Chefdramaturg Ludwig Haugk dem Festival «Uniting Backgrounds» ins Programmheft – und wahrscheinlich bildet kein anderer Satz so passgenau auch die Programmatik des ganzen Theaterprojekts Maxim Gorki seit dem Beginn der Intendanz Shermin Langhoff/Jens Hillje ab.
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