«Mal sehen, was Gott sagt»
TH Ihre Inszenierung von Feridun Zaimoglus halb-dokumentarischen Frauenmonologen «Schwarze Jungfrauen» am Berliner Hebbel am Ufer ist Ihre erste Theaterarbeit. Was hat Sie als Filmregisseur an die Bühne verschlagen?
Neco Çelik Shermin Langhoff, die Kuratorin des Projekts «Beyond Belonging – Migration» am HAU, kam auf mich zu. Sie hatte die «Jungfrauen»-Monologe bei Feridun Zaimoglu in Auftrag gegeben und wollte, dass türkischstämmige Filmregisseure Theaterstücke inszenieren.
TH Wieso Film- und nicht gleich Theaterregisseure?
NC Ich denke, weil es hier nur sehr wenige türkischstämmige Theaterregisseure gibt. Und die wenigen inszenieren nur türkische Stücke für ein türkisch sprechendes Publikum, etwa an der kleinen Berliner Bühne Tyatrom. Feridun Zaimoglu und ich kennen uns schon seit zehn Jahren, seit «Kanak Sprak», und ich habe immer gehofft, dass sich mal die Gelegenheit zur Zusammenarbeit ergibt – natürlich im Film. Aber in den letzten fünf Jahren hat er sich ja im Theaterbereich etabliert, hat Stücke geschrieben, während ich Filme gedreht habe. Als Shermin mir die Monologe angeboten hat, die Feridun auf der Basis von insgesamt zehn Interviews erstellt hat, hab ich sofort ja ...
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