Sadist im Gartenhäuschen

Friedrich Schiller «Die Räuber» in MANNHEIM, Schauspielhaus

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Dass ihm immer noch der Ruf des Regie-Berserkers vorauseilen würde, kann man nicht behaupten. Zu lange ist es her, dass er Opernliebhaber mit halbnackten Statistinnen auf Kühlerhauben erschrecken wollte. Inzwischen inszeniert Calixto Bieito wieder auf deutschen Schauspielbühnen, und da gelten ganz andere Regeln. Wer hier für Aufregung sorgen wollte, müsste sehr früh aufstehen.

Das gilt vor allem, wenn man sich «Die Räuber» zumutet und ausgerechnet dort inszeniert, wo Schillers Horde zum Heimspiel antritt: in Mannheim, wo der junge Friedrich Zuflucht suchte, in der Tasche das Jugendwerk. Während der Uraufführung im Januar 1782 war nordbadisches Heulen und Zähneklappern angesagt. Heute tritt man auf der Schillerbühne gegen Räuberbilder im Kopf des Zuschauers an, die dort vor nicht allzulanger Zeit installiert wurden.

Die Rede ist von Nicolas Stemanns chorischer Popbande und Antú Romero Nunes’ mit Zuschauererwartungen spielenden «Räubern». Diese akzentuierten Interpretationen gab es 2009 und 2013 während der Schillertage, die dieses Jahr mit Calixto Bieitos Inszenierung eröffnet wurden. Der katalanische Regisseur stellt den intriganten Moor-Sohn Franz ins Zentrum, der an die Geliebte ...

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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Chronik, Seite 66
von Jürgen Berger

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