Zum Fressen gern
Hier ist die Moderne sonst wohl nicht zu Hause: in Sao Jose do Rio Preto im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo, über 400 Kilometer weit weg von der Metropole. Die leistet sich zwar auch jetzt gerade wieder die international renommierte Biennale – wer aber Theaterfestivals von Rang sucht, muss sich aufmachen ins «Interior», ins Hinterland der großen Stadt. Sao Jose zum Beispiel ist größer als – sagen wir mal – Bielefeld, im brasilianischen Maßstab aber eher klein – das lokale Festival allerdings rechnet die eigene Tradition in Jahrzehnten.
Angelegt zunächst als Wettbewerb lokaler Talente, setzt es den Horizont seit zehn Jahren international. Den Kern bilden zwar immer noch Produktionen aus dem eigenen Bundesstaat Sao Paulo, und den Löwenanteil bestreiten die Ensembles aus der Metropole selbst; aber aus Chile etwa kam zur jüngsten Ausgabe «Der Deutsche Mittagstisch (Comida Alema)» von Thomas Bernhard, zugeschnitten auf die deutsch-chilenischen Finsternisse in der Colonia Dignidad; und während des Festivals hat auch das deutsche Theaterkollektiv andcompany&Co die jüngste Produktion vor Ort erarbeitet: «FatzerBraz», deutsch-brasilianisch gemixt und montiert auf der Basis des ...
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