Gran Finale

Zum Tod von Dario Fo

Theater heute - Logo

Dario Fo wollte im Theater sterben. Das heißt: Am liebsten woll­te er natürlich gar nicht sterben. Wie er 2003 im Marcel-Proust-Fragebogen des «Corriere della Sera» angab, war ihm der Tod das größte Unglück. Nicht das Sterben allerdings, sondern «… nicht mehr zu leben». 

Schon sein Großvater hatte diese feine Unterscheidung getroffen. Großvater Bristin, Fischer, Glasbläser und wie sein Enkel ein begnadeter Fabulierer, war die prägende Figur seiner Kindheit.

1926 in Varese als Sohn eines Bahnhofvorstehers geboren, wuchs Fo unter Bauern, Fischern und Schmugglern am Lago Maggiore und in den Reisfeldern der nörd­lichen Po-Ebene auf. Der Umgang mit die­sen Menschen und ihrer Jahrhunderte alten, mündlich überlieferten Volkskultur legte die Basis für den Künstler Fo, der später «die Bühne mit Fabeln füllte» (Peter Kammerer).

Fo studierte Malerei und Architektur an der Brera-Akademie in Mailand, ursprünglich wollte er Maler werden. Gemeinsam mit seiner Frau Franca Rame erarbeitete er ein breites Repertoire an Stücken, vom derben Volkstheater über satirische Politfarcen bis zu militantem Agitationstheater, mit denen sich die beiden aktiv in das politische Leben Italiens ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Sabine Heymann

Weitere Beiträge
Die richtige Seite

Wie auf einer riesigen Welle tänzelnd, nähert sich dem Publikum ein schmächtiger, verschla­gene Präsenz ausstrahlender Anzugträger. Sein siegesgewisses Lachen überträgt ein zweiköpfiges Kamerateam kinogroß auf den über der Bühne prangenden Bildschirm. Im Nu erklimmt er die Sitzreihen, stellt den in ängstlicher Faszination verharrenden Zuschauern übergriffige Fragen...

Opa erzählt vom Krieg

Man könnte es sich leicht machen. Man könnte konstatieren, dass die Berliner Volksbühne mit Frank Raddatz' «Republik Castorf» im Zustand fortgeschrittener Sentimentalisierung angekommen sei. Und, ja, natürlich ist das sentimental: ein Interviewband, bestehend aus 18 selten analytischen, oft plaudernden, immer affirmativen Gesprächen mit einst und heute...

Wien: Leistungsschau der Komiker

Auf die Bühne des Wiener Burgtheaters hat es die «Pension Schöller» in ihrer 126-jährigen Geschichte noch nie geschafft. Dafür gibt es in der Stadt Orte, die dafür besser geeignet scheinen, die Kammerspiele der Josefstadt zum Beispiel oder andere, dem Kitzel des Zwerchfells vorbehaltene Etablissements. Für die Kammerspiele entstand denn auch die berühmte...