Winnetou aus Samoa

Laura Fernández «Gegengipfel» (DSE, TIC Werkraum)

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Irgendwann geht ein tropischer Regenguss nieder. Dann legt der Eingeborene seine Schamanenpranke auf den Körper des Mitteleuro­päers, worauf der mal kurz vom Scheitel bis zur Sohle zuckt. Der Gute heißt Felix, ist im Moment aber alles andere als glücklich. Da sitzt er doch tatsächlich zusammen mit der Lisa und der Pascale irgendwo in den südamerikanischen Tropen, und weit und breit ist kein Journalist in Sicht. Nur Staub und dieser Einge­borene eben, den man wohl einen indigenen Ureinwohner nennen muss.

Ein Schlag ins Kontor ist das schon.

In Japan tagen die G8-Staaten, und da hat eine kleine Gruppe vibrierender Weltverbesserer einfach mal beschlossen, einen «Gegengipfel» zu veranstalten. Dummerweise sitzen der naive Anti-AKW-Aktivist, die emotional übersteuerte Postfeministin und die coole Pharmagegnerin vor Ort aber nur dumm rum und machen sich gegenseitig das Leben schwer, das sie eigentlich verbessern wollen. Laura Fernández spielt leichthändig mit den menschlichen Unzulänglichkeiten der Generation Attac. Den Eingeborenen vor Ort braucht sie, um klar zu machen, dass Weltverbesserer sich einen Teufel um die Verhältnisse vor Ort scheren.

Der 34-jährigen argentinischen Autorin ...

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Theater heute November 2010
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Jürgen Berger

Vergriffen
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