Notizen

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Transportschaden

Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin nutzte eine Diskussionsveranstaltung des Berliner Theatertreffens, um unter Verweis auf weiteren Spardruck die besonderen künstlerischen Potentiale der Hauptstadtkultur hervorzuheben: Man könne auch in einer Stadt ohne Theater leben, und wenn es denn unbedingt sein müsse, halt ein Bahnticket kaufen: «Wenn es in Berlin aus Geldmangel keine Theater mehr gibt, fahr’ ich eben nach Hamburg.»

 

Totalschaden

Am Ende hat Peter Handke großzügig auf den mit 50.

000 Euro dotierten Heinrich Heine Preis der Stadt Düsseldorf verzich­tet, den er doch eigentlich gerne ange­nommen hätte, obwohl er schon vor drei Jahren versichert hatte, keinen Preis mehr annehmen zu wollen. Es war die letzte von vielen Relativierungen, nach­dem zuerst die Jury Handke den Preis zugesprochen hatte, weil er «eigensinnig wie Heine in seinem Werk seinen Weg zu einer offenen Wahrheit» verfolge: «Den poetischen Blick auf die Welt setzt er rücksichtslos gegen die veröffentlichte Meinung und deren Rituale.» Der Preis­begründung und offenen Wahrheit des Milosevic-Sympathisanten Handke, der dem Diktator noch am Grab seine Nähe bekundete, wollten dann zuerst einige ...

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Theater heute Juli 2006
Rubrik: Magazin, Seite 67
von

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Weitere Beiträge
Momentaufnahmen des Scheiterns

Das Thema des Stücks ist letztendlich das Scheitern, Momente des Scheiterns groß aufgenommen.» So um­reißt Roland Schimmelpfennig den Inhalt seines 2002 von Jürgen Gosch am Hamburger Schauspielhaus urauf­geführten Stückes «Vorher/ Nachher». In 51 kurze Auftritte unterteilt, ist das Drama des gefragten mitteljungen Dramatikers ein Szenenkaleidoskop, das mehr als...

Wovon man nicht sprechen kann, davon muss man summen

Das gibt es also: den geplanten Zufall. Nichts Beiläufigeres, Unangestrengteres, scheinbar Planloseres auf Erden und der Bühne als Ruedi Häusermanns stilles Geräuschetheater, Sinfo­nien aus Surren und Sirren, Gurren und Girren, Zirpen und Zupfen, als hätte sich ein freundlicher Tinnitus zum Weltgeräusch aufgeschwungen. Und doch liegt dem allen ein zweifellos...

Schöne Weltnomadenkunst

Der israelische Künstler Absalon war ein Architekt der Isolation. Seine penibel weißen «Zellen» besaßen Bett, Schrank, Tisch, Stuhl, Mini-Küche, Hock-Klo und Neon-Licht, und wenn es ein Fenster gab, dann nur als Schlitz. Ob die Abschottung in diesen bewohn­baren Monaden erzwungen oder freiwillig sein sollte, Mönchsklause oder Isolationshaft, ließ Absalon offen....