Aus vier mach zwei mach eins
Man kann die Geschichte kurz oder lang erzählen. In der Kurzform ist sie relativ einfach.
Mathias Brodkorb, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern, hat ein Gutachten zur Theaterstruktur in Auftrag gegeben und möchte auf dieser Grundlage das Theater Vorpommern mit Sitz in Greifswald und Stralsund und die Theater und Orchester Neubrandenburg/Neustrelitz fusionieren, was 102 Arbeitsplätze kosten und 5,8 Millionen Euro einsparen würde: Die Angebote werden weiter eingeschränkt, die künstlerische Ausstattung eingeschmolzen und besonders die Häuser in Neubrandenburg und Neustrelitz der künstlerischen Bedeutungslosigkeit anheimgegeben, da die großen Produktionen im Musik- und Sprechtheater nur noch in Stralsund und Greifswald stattfinden sollen.
Für die längere Version muss man ein wenig in die Geschichte zurückgehen. 1994 fusionierten die beiden Stadttheater in Greifswald und Stralsund (mit der Bühne in Putbus) zum Theater Vorpommern, das fortan nicht einen Träger hatte, sondern von den beiden Städten, den Landkreisen und dem Land Zuschüsse bekam. Viele Köche, viel Brei. 2001 folgten die Kammerspiele Neubrandenburg und das Theater Neustrelitz unter ...
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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Magazin: Strukturdebatte, Seite 77
von Torben Ibs
Am reinen Toren Parzival hat Tankred Dorst einen Narren gefressen. Immer wieder hat er sich mit dem mittelalterlichen Anti-Helden beschäftigt, unter anderem in «Merlin» und der Erzählung «Der nackte Mann». 1987 schließlich hat Dorst für eine Robert-Wilson-Inszenierung am Thalia Theater ein «Parzival»-Szenarium geliefert, das «nicht als festgefügtes Stück, sondern...
Als ich vor sechs Jahren nach Basel kam, dauerte es nicht lange, bis ich den Namen Trix hörte – recht oft hörte – und dies immer in Verbindung mit «Aua». Nun war es meiner damaligen Unkenntnis geschuldet, dass ich Trix und Aua nicht sofort einordnen konnte, aber mir wurde sehr schnell klar, dass hinter diesen Codenamen, dieser Geheimsprache etwas Wichtiges steckte,...
Gott ist nicht tot. Nur einfach nicht da. Stattdessen ragt ein Kran von einer mehrstöckigen Plattform krakenhaft ins Nirgendwo. Das Studierzimmer: eine Schmuddelecke mit Waschbecken, und auch sonst hat sich einiges verändert im meistzitierten deutschen Drama, und das mit Recht, versteht sich, «denn alles, was entsteht/Ist wert, dass es zugrunde geht …» etc. pp....
