«Diven sind mir zu begrenzt»
Sie ist noch immer flink wie ein Wiesel. Wie sie leichtfüßig die Treppen des Burgtheaters hochhüpft, würde man nicht glauben, dass Elisabeth Orth, ehrwürdige Kammerschauspielerin und Doyenne des Hauses, gerade ihren 80. Geburtstag gefeiert hat. Zum Fotografen meint sie ziemlich direkt, er möge sie bitte weder «plüschig noch neckisch» abbilden, das entspreche nicht ihrem Naturell.
Allzu groß ist diese Gefahr ohnehin nicht: Der Glamour-Faktor hält sich im Backstage-Bereich des ehemaligen k.&.k.-Theaters in Grenzen. Die Garderoben strahlen einen reichlich versifften Charme aus.
Bei Führungen schlucken die Besucher eher betreten, als dass sie begeistert wären. Während bei den Herren zumindest die Stühle vor dem Schminktisch mit rotem Plüsch überzogen sind, geht es bei den Damen spartanischer zu. Und Elisabeth Orth lässt keinen Zweifel daran, dass ihr die Holzklasse ohnehin lieber ist.
Orth ist eine Konstante am Haus: Seit 1968 ist sie bereits Ensemblemitglied des Burgtheaters. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie einige Hauptpartien wie die Elisabeth in «Maria Stuart» (2001) oder eine erstaunlich in die Jahre gekommene Ophelia in «Hamlet» (2013) gespielt. Sie hat aber auch unzähligen ...
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Theater heute April 2016
Rubrik: Akteure, Seite 28
von Karin Cerny
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