Dampflok in die Groteske
Eben noch europäische Kulturhauptstadt, steht die Stimmung ein Jahr später auf Unbehagen und Unsicherheit in Maribor. Das Kompliment von der slawischen Schweiz wird heute in Slowenien eher ungläubig erinnert. Dabei ist, ganz anders als beim Nachbarn Ungarn, immer noch derselbe Mann aus den besseren Zeiten an der Spitze. Janez Jansa, scheinbar ewiger Ministerpräsident der kleinen Republik, wird aber kein Ruck zu demokratisch blühenden Landschaften mehr zugetraut, und Slowenien befindet sich in internationalen Korruptionsrankings inzwischen auf Plätzen fern der Schweiz.
Love me, Tender
Der Hauptpreis des 48. slowenischen Theatertreffens ging an die Inszenierung eines selten inszenierten polnischen Stücks, in dem eine Eisenbahnfahrt in die Katastrophe an der irren Party in der Lokführerkabine zu erkennen ist. In Stanislaw Witkiewiczs «Verrückter Lokomotive» (entstanden 1921, aber erst viel später aus dem Nachlass geborgen und veröffentlicht) nehmen der Lokführer Zygfryd und sein Heizer Mikolaj nicht nur erotische Gefährtinnen mit auf die Fahrt, sondern auch auf immer wieder rätselhafte Weise zusteigende Gestalten, die aus der bürgerlichen Ordnung fallen und den Tender der beiden ...
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Theater heute Februar 2014
Rubrik: Ausland, Seite 53
von Thomas Irmer
Als es nach mehr als vier Stunden «König Lear» im Burgtheater doch noch einmal spannend wurde, war die Premiere gerade zu Ende gegangen. Regisseur Peter Stein kam zum Applaus auf die Bühne, und in dem Moment war Hauptdarsteller Klaus Maria Brandauer auf einmal wie vom Erdboden verschluckt. Keine Ahnung, wie er das gemacht hat, aber er ward erst wieder gesehen, als...
Fantastisch! Die E-Mail aus dem Staatsschauspiel Dresden offenbart sensationelle Zahlen. Unglaubliche 256.300 Zuschauerbesuche konnten die sächsischen Vorzeigebühnen im Kalenderjahr 2013, der fünften Saison von Intendant Wilfried Schulz, in ihre diversen Spielstätten locken – ganze 20.000 mehr als im Jahr davor! Was für ein Fest für die Kunst. Der Monat der Monate...
Ein versponnener Moderator begrüßt uns zwischen bunten Lampions zum Festival. Echte Asylanten und Flüchtlinge habe man mit viel Mühe nach Basel geholt. Es sei gar nicht so einfach gewesen, eine Sonderausgangserlaubnis für die Ausländer zu bekommen. Aber schließlich seien sich alle einige gewesen: Die haben hart gearbeitet, das haben sie sich verdient. Und an ihren...
