Nouveau Cirque: Keine falsche Bewegung!
Von einem solchen Ariel können Theater nur träumen: Wenn Heini Koskinen in der Show «Mad in Finland» am Vertikaltuch auf und ab turnt, dann scheint sie nicht nur die Schwerkraft aufzuheben, sondern verleiht ihrer Choreografie mit ihrem koboldhaft androgynen Charisma etwas Magisches. Dass ihre Tücher schwarz und die Scheinwerfer eher schummrig eingestellt sind, unterstreicht die theatrale Wirkung und illustriert, was die Veranstalter des erstmals veranstalteten Nouveau-Cirque-Festivals «Atoll» in Karlsruhe anvisiert haben: Artistik an der Grenze zu Performance und Theater zu zeigen.
«Uns interessiert nicht, ob jemand mit sieben Keulen jonglieren kann, sondern was jemand mit drei Keulen erzählen kann», hatte es Britta Velhagen zu Festivalbeginn formuliert. Velhagen ist Mitgründerin des veranstaltenden Kulturzentrums Tollhaus, das bereits seit den frühen 1990er Jahren immer wieder Nouveau-Cirque-Produktionen nach Karlsruhe gebracht hat, etwa mit dem einstigen Berliner Musikzirkus «Gosh!» oder Gästen aus dem nahen Frankreich, wo diese Kunstform weitaus populärer ist als in Deutschland.
Furchtloser Vollkörpereinsatz
Zwar nicht nur drei Keulen, sondern gleich vier Kubikmeter Holz hatte ...
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Theater heute November 2016
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Andreas Jüttner
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