Der Weltdorf-Theatermacher
Christian Stückl ist ein sehr intensiver Mensch, das merkt man schon an der Art, wie er raucht. Er zieht nicht nur an der Zigarette, er saugt daran, manchmal mit einem so zischenden Inhalationsgeräusch, dass man den Lungenzug hört. Ungefähr so muss man sich den bayerischen Lockenkopf auch als Theaterleiter und Regisseur vorstellen: gierig alles auf- und in sich hineinsaugend, brennend, hingebungsvoll, unbedingt. Der Kettenraucher Stückl ist einer, der so arbeitet, wie er lebt: auf Lunge.
Gesund ist das nicht, es hat ihn im letzten Jahr sogar die Galle gekostet, aber was ist in diesem Leben schon gesund? Das Theater ganz sicher nicht, weil das per se schon ein Virus ist.
Wenn man wie Stückl immer unter Strom steht, muss es eine Energiequelle geben. Sie speist sich bei dem hitzigen Oberammergauer – von seiner grundsätzlichen Neugier mal abgesehen – aus einer immensen Begeisterungsfähigkeit von schier kindlicher Größe, die nicht nur nach innen wirkt, sondern in höchstem Maße ansteckend ist. Mit dieser Begabung als Motor stürzt sich Christian Stückl auf Theaterprojekte genauso wie auf Länder und Leute, und weil er dazu noch ein vollkommen uneitler, offener, grundsympathischer Kerl ist, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Wenn du bloß deine Eier leeren willst, sag nicht, dass du fürs Vaterland stirbst», staucht die junge Palästinenserin Imen den Nachbarssohn Amin zusammen, der einen israelischen Soldaten umgebracht hat und nun die Angst vor dem eigenen Tod mit dem Glauben an die 80 Jungfrauen im Märtyrerparadies niederringt. Vielleicht sind es Szenen wie diese, die Mohamed Kacimis...
Im Südwesten der USA gibt es kleine Städtchen aus der Zeit des Goldrausches, die heute noch vom Geist des «Ankommen, Absatteln, Claim abstecken» inspiriert sind. Wer hier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Geschäft machen wollte, musste rechtzeitig da sein, ansonsten war das Geschäft schon wieder ganz woanders, und es erging ihm wie Rob, Micha und Katy....
Da hat man es endlich geschafft, lebt erfolgreich bis an die Zähne in der exklusivsten Gated Community, einem Garten Eden der Zivilisation, wo sichere Lebensverhältnisse und die Annehmlichkeiten des westlichen Lebens geboten werden, und dann das: Falk Richter schreibt ein neues Stück, nennt es «Im Ausnahmezustand» und macht alles schlecht.
Eine Kleinfamilie – Mann,...
