Neuer Zirkus: Zusammenwirken und Vertrauen

Das Karlsruher «Atoll»-Festival für zeitgenössischen Zirkus hat sich mit seiner vierten Ausgabe etabliert

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Wie schnell man einen Ausnahmezustand für die Normalität halten kann, zeigt sich, wenn man das Ungewöhnliche der Ausnahme unter die Nase gerieben bekommt. Zum Beispiel im Genre des zeitgenössischen Zirkus. Dort lassen Artisten auch die absonderlichsten Leistungen meistens ganz leicht aussehen – ob sie sich nun zu Drei-Mann-Türmen übereinander stapeln oder einander bei Stürzen aus mehreren Metern Höhe knapp vorm Boden auffangen. Welche Schwerstarbeit all diese Vorgänge bedeuten, sieht man so gut wie nie.

Dabei lässt sich auch daraus Kunst machen – wenn man es so macht wie das Kollektiv My!Laika, das dem diesjährigen «Atoll»-Festival des Karlsruher Kulturzentrums Tollhaus einen fulminanten Abschluss bescherte.

Vorfreudige Verunsicherung

Mit zwei Programmen im eigenen Zelt war die internationale Truppe mit Sitz in Italien angereist, und schon allein dafür hätte sich das Festival gelohnt. Wo andere Artisten das Gewicht ihrer Körper durch ihre Kunst gewissermaßen verschwinden lassen, wird es bei My!Laika durch Shows mit Punkrock-Energie unterstrichen. Ob nun die famose Philine Dahlmann und Eiske van Gelder in «Popcorn Machine» ihre Akrobatik wie ein Martial-Arts-Duell auf Leben und ...

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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Andreas Jüttner

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