Jenseits der Betroffenheit

François Archambaults «15 Sekunden» und Woody Allens «Riverside Drive» in Essen

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Mathieu hätte gerne eine Freundin. Ein durchaus nachvollziehbarer und üblicherweise auch erfüllbarer Wunsch für einen jungen Mann. Doch so einfach ist das nicht in diesem Falle, denn Mathieu ist Zerebralparetiker. Die spastische Muskeltonusstörung fesselt ihn an den Rollstuhl, bereitet ihm Schwierigkeiten beim Sprechen und lässt seine Gliedmaßen unkontrolliert zucken. 

Schon eine Prostituierte am Telefon zur Dienstleistung zu überreden, gestaltet sich für ihn als unmögliches Unterfangen.

Sein attraktiver Bruder Claude, mit dem er zusammenlebt, hat andere Probleme: Er ist trotz Diplom arbeitslos, fühlt sich gesellschaftlich blockiert und als Opfer geburtenstarker Jahrgänge. Der optimistische Pragmatismus seiner neuen Freundin Charlotte, die in einer Werbeagentur arbeitet, geht Claude bald auf den Wecker, doch Mathieu gefällt die Neue seines Bruders um so mehr. Als Charlotte bei den Brüdern einzieht, beginnt er um sie zu werben, und damit Claude sie nicht vor die Tür setzt, schlägt Mathieu seinem chronisch blanken Bruder vor, ihm sechs Monate die Miete zu bezahlen, wenn dieser ihr noch zwei Monate seine Liebe vorgaukelt. Diese Zeit will Mathieu nutzen, um Charlotte von sich zu ...

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Theater heute Januar 2005
Rubrik: Neue Stücke, Seite 44
von Natalie Bloch

Vergriffen
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