Matrosenliebe und Intrigen
Mäntel, Degen, Abenteuer, Matrosenliebe, Lügen und Intrigen: Eine der bekanntesten Geschichten dieser Art ist «Der Graf von Monte Christo». Geschrieben hat sie Alexandre Dumas in den Jahren 1845/6. Als Fortsetzungsroman für das Feuilleton des «Journal des débats». Dort sollten die Leserzahlen steigen, die Abonnements verlängert werden. Es klappte: Die Leser liebten das Abenteuer um wilde Seemänner, deren Rache und deren Bräute – und die Zeitung war gerettet.
Nun hat sich die Autorin Katharina Gericke des Stoffes angenommen, nicht die erste Dramatisierung und ein Auftragswerk – «frei nach Motiven von Dumas» – für das Landestheater Niedersachsen Nord. Reinhardt Friese hat die Regie übernommen, Diana Pähler die Ausstattung. Pähler hat einen freundlich bespielbaren, halbrunden Innen- wie Außenraum entworfen. Einem aufgeschnittenen, längst vergessenen Schiffswrack gleicht der Raum, und überall hat die Patina der Zeit sich eingefressen. Knietief sind die Pfützen auf dem Boden, rotbraun verrostet sind die Wände. Ganz egal, ob der Hafen von Marseille, die Gefängnisinsel Chateau d’If oder die verheißungsvolle Insel Monte Christo, klug wird Pählers multifunktionales, surreales Setting jedem ...
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Franz Wille Die Künstlersozialkasse (KSK) bedroht nach den neuesten Entscheidungen akut die Existenz eines großen Teils der Theaterverlage, die junge, lebende Autoren vertreten. Um das zu verstehen, muss man allerdings wissen, wovon Theaterverlage leben und wie die KSK funktioniert.
Marion Victor Wir verlegen als Theaterverlag Theaterstücke, also keine Prosa,...
Das ist kein Hörspiel», raunte die Stimme. «Das ist die Wahrheit!» In diesem Moment ahnte man es bereits: In der kurzen Pause, die entstand, während das Tonband weiterleierte, einem fahrigen, immer wieder vom Knacken der Stopp- und der Aufnahmetaste unterbrochenen Selbstgespräch entgegen, nahm ein Phantom Gestalt und Namen an, das der Wettbewerb sich hätte erfinden...
Stopp I
Die Dresdner «Weber»-Inszenierung von Volker Lösch hat umfassende juristische Aktivitäten ausgelöst. Ausgangspunkt sind in den Original-Text eingefügte Passagen Dresdner Arbeitsloser, die als Laienchor gegen Hartz IV, Politiker und Besserverdiener wettern, das «Schröderschwein» anprangern, Ministerpräsident Georg Milbradt eine «blöde Sau» nennen und den...
