Jenseits des Guckkastens

Der große italienische Regisseur Luca Ronconi ist tot

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Wenn auch im Ausland nicht mehr so bekannt, war Luca Ronconi, der kurz vor seinem 82. Geburtstag am 21. Februar in einem Mailänder Krankenhaus starb, der nach Giorgio Strehler bedeutendste Theaterregisseur Italiens. Letzterer galt als sein Antipode. Als aber Ronconi 1999 die künstlerische Leitung des Piccolo Teatro übernahm und es in Strehlers Sinne weiterführte, erwies er sich als der bestmögliche Nachfolger.

Luca Ronconi wurde 1933 in der tunesischen Küstenstadt Sousse geboren, wo seine alleinerziehende Mutter als Lehrerin arbeitete und ihren Sohn sehr früh mit der italienischen Literatur vertraut machte. An der Accademia Nationale d’Arte Drammatica in Rom erwarb er 1953 sein Schauspielerdiplom, debütierte in Vittorio Gassmans Truppe und spielte etwa zehn Jahre lang etliche Hauptrollen in Inszenierungen von Luigi Squarzina, später den jüdischen Kommunisten Harrry Kahn in Arnold Weskers «Hühnersuppe mit Graupen» unter der Regie des Strehler-Schülers Virginio Puecher, und in John van Drutens «Ich bin eine Kamera» hatte er Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit Michelangelo Antonioni, der ihn ermutigte, Regisseur zu werden. Der erste große Regie-Erfolg gelang ihm 1966 mit «The ...

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Theater heute April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Klaus Völker

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