Zwischen Pichnick und Panik
Gastfreundschaft und Zeitkritik beim Festival FAVORITEN 2014 in Dortmund
Schafe. Wo sich gestern noch Theaterzuschauer auf Picknickdecken fläzten und bei vegetarischem Essen und Wein Kunsterfahrungen verdauten, käuen nun wollige Vierbeiner den siebten Festivaltag wieder. Der Rasen im lichten Atrium des ehemaligen Museums am Ostwall gehört zur installativen Langzeitperformance «White Void #14» von Ben J. Riepe.
In der Mitte der Wiese – und damit im Kern des Festivalzentrums – hat der Düsseldorfer Choreograf einen schwarzen Holzkubus platziert, in dessen Innern der Besucher gleißendes Licht, weiße Flächen und einen unbesetzten Stuhl vorfindet. Bisher konnte man hier den Blick im konturlosen Nichts verlieren, nun wird auch der Kasten von friedlichen Paarhufern angeknabbert.
Für die 16. Ausgabe der FAVORITEN wirkt dieses Nebeneinander von Hausschafidylle und menschenleerem Raum fast programmatisch. Meditative Leere und beschauliche Heimeligkeit statt prätentiöser Präsentationslust: Alle sollen sich wohlfühlen – Eierlikörkuchen, Rückenmassagen und Matratzenlounge inklusive.
«Gemeinsamer Zeitvertreib»
Mit revolutionärem Gründungsgestus war das Festival 1985, damals noch unter dem Titel ...
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Theater heute Januar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Laura Strack
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