Lob der Genügsamkeit
Damit falsche Vermutungen gar nicht erst aufkommen: Mit Liebe hat das alles nichts zu tun. Hochzeiter Theseus führt seine Braut Hippolyta in Handschellen neben sich her und kann trotzdem nicht sicher sein vor Beiß- und Spuckattacken. Was ihm aber nichts auszumachen scheint, ihm vielleicht sogar gefällt. Und wie der Mann, so sein Staat. Die Ehe ist ein Zwangsinstitut, dem Kloster vergleichbar oder dem Justizvollzug, und unter Androhung dieser beiden wird sie im Bedarfsfall auch erzwungen. Siehe Hermia, Demetrius und die anderen.
Das pantomimische Tableau, in dem Elias Perrig in Stuttgart die Exposition seines auf zweieinviertel Stunden zusammengeschnurrten «Sommernachtstraums» zusammenzieht, ist so plakativ knapp wie szenisch trübselig, könnte aber immerhin als der düstere Hintergrund angelegt sein, vor dem sich die anschließende Flucht ins Freie umso rauschhafter darstellt. Aber nichts da. Zwar machen die vier Verliebten (Gernot Grünewald und Britta Firmer, Sierk Radzei und Verna Fitz) sich auf in den Wald wie eh und je, aber was sie Liebe nennen, das ist doch allenfalls die Folge von Wahrnehmungspannen, das Ergebnis von Sehstörungen, die mit einem Augenreiben zu beheben sind – und ...
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Erinnern und sich erinnern, das sind zwei Begriffe, aktiv und passiv, die ebenso schmerzhaft wie schön sein können, denn sie haben mit Zeit zu tun, Zeit, die vergangen ist, zwar nie verloren, sondern gewonnen aus Beschwörung und Mühe, und doch immer näher dem Ende zu, dem Tod, unser aller Tod, den jeder allein leisten muss, gleichgültig sein Rang, selbst sein...
Es ist ja eine sympathische Idee, sechs Personen einfach so mitten aus dem Leben, sprich aus dem real existierenden «Bistro Martino» in Gent zu greifen und auf eine Bühne zu stellen, ohne den Anspruch, die Welt oder sonst etwas zu erklären, und ohne die sechs in eine komplizierte oder gar neben- oder hintersinnige Fabel zu zwängen. Der flämische Theatermacher Arne...
Bewerben Sie sich alle drei Jahre bei einem anderen Unternehmen, auch wenn Sie keinen neuen Job suchen, empfiehlt der «Nr.1-Bestseller: Simplify your life», beworben von der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» und dem «Stern»: «Damit Sie, wenn Sie arbeitslos werden, nicht vor dem Nichts stehen.» Dabei steht man in so einem Fall gar nicht vor dem Nichts,...
