München: Spielen in der Warteschleife

Lola Arias «What They Want to Hear» (U)

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Auf der großen Bühne der Münchner Kammerspiele ist ein kleiner Guckkasten mit einem Büro aufgebaut, so rudimentär realistisch wie die Kulisse zu einer Doku-Soap. Was darin gespielt wird, ist ein Reenactement von harter Realität, wie sie hierzulande jeden Tag stattfindet. Von drei Personen, die anfangs agieren, sind zwei Schauspieler, einer erzählt seine wahre Geschichte, was auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist.

Über kaum etwas wurde in letzter Zeit so viel debattiert, und über kaum etwas wissen die meisten trotzdem so wenig Bescheid, wie über den Ablauf eines Asylverfahrens vor dem BAMF, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Nun gibt das Open Border Ensemble der Münchner Kammerspiele (das in seinem Kern nicht aus Geflüchteten, sondern aus syrischen Gastschauspielern mit einem Arbeitsvisum sowie wechselnden Ensemblemitgliedern der Kammerspiele besteht) unter Anleitung der argentinischen Dokumentartheatermacherin Lola Arias Einblick in ein authentisches laufendes Verfahren und damit in eine nur scheinbar abschließend gesetzlich geregelte Grauzone von unmöglichen Beweislagen, endlosen Warteschleifen und letztlich auf Zufällen basierenden Ermessensentscheidungen.

Fesseln ...

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Theater heute August/September 2018
Rubrik: Chronik, Seite 65
von Silvia Stammen

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