Drei minus eins gleich Mord

Eugène Ionesco «Die Unterrichtsstunde» in Basel

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Die Gehilfin räumt auf. Es soll ja alles spuren­frei und sauber sein für «Die Unter–richtsstunde» im Theater Basel. Eine frische Schülerin läutet. Schnell den Tisch gewischt, eine herrenlose Tasche in die Truhe gepfeffert, die alten Formeln auf der Tafel ausgelöscht, das Transistorradio in der Schürze abgewürgt. Schon stiefelt die Haushälterin (Nikola Weisse) zur Tür.

Dann weht sie herein, die Novizin, deren Hochschuleignung auf dem Prüfstand stehen soll. Marie Jung spitzt Bleistifte, ein Chanson auf den Lippen, jede Bewegung das blühende Leben.

Der Tisch, lang und leer, ist gerichtet für das Schlachtfeld der Worte und Ziffern, das sie in diesem merkwürdigen Raum erwartet, mit seinem altmodischen, auf ein Atelierfenster projizierten Studierzimmer im Hintergrund.

Der Herr des Hauses (Vincent Leittersdorf) gibt sich als eine Art Professor Higgins aus der 68er Generation zu erkennen. Das Sakko standesgemäß zerknautscht, die ergrauten Strähnen über den Kragen gekämmt. Kein abstoßender Typ. Ein wenig gehemmt vielleicht, sein Smalltalk ist von der peinlichen Sorte und sein Blick schweift fahrig ins Leere. Aber eine gewisse Menschenscheu kommt in den besten Privatlehrerkreisen vor. 

«Die ...

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Theater heute Januar 2012
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Stephan Reuter

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