München: Gotteskomplexe
Im Anfang war enttäuschte Liebe. Ein Gefühl, das mit aller Heftigkeit und explosiven Energie einen wunderbaren Ausgangspunkt für eine Standortbestimmung in transzendenten Fragen abgeben kann. Und so beginnt Yael Ronens jüngstes Werk «#Genesis / A Starting Point», bei dem es um den Urgrund der Schöpfung, vielleicht auch des Schöpferischen gehen soll, zunächst mit einer hoch emotionalen Abrechnung der jüngsten Vergangenheit.
Damian Rebgetz, Australoberliner, Performance-Paradiesvogel und in den letzten drei Jahren Ensemblemitglied der Kammerspiele, verkündet seinen (längst bekannten) Weggang aus München mit dem Pathos des verschmähten Lovers («you never appreciated my ambiguity») und knüpft damit in sprudelndem Englisch, von Wiebke Puls in knappes Deutsch übersetzt, gleich noch mal an die mediale Erregung um Matthias Lilienthals Nichtverlängerungsentschluss als Intendant an.
Nachdem Puls dem J’accuse des Kollegen ihrerseits ein entschiedenes Plädoyer des Bleibens – «Ich sehe auch die Probleme, aber ich will unbedingt, dass es funktioniert» – entgegengesetzt hat, ist allerdings der Schmerzpunkt des Abends auch schon vorüber. Was folgt, sind verspielte Flapsigkeiten über Vater- und ...
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Theater heute Dezember 2018
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Silvia Stammen
Im neuen Pollesch spielt eine Drehbühne mit.» So beginnt auf «nachtkritik» die Rezension zu «Die Revolver der Überschüsse» 2013 in Stuttgart. «Mal zickt sie herum, mal kreist sie elegant um sich selbst. Eine echte Diva eben.» Der Kollege von der «Stuttgarter Zeitung» gerät bei Janina Audicks «Wimmel-Bühnenbild aus vielen Gebäudeteilen mit lauter verwegenen Spitzen,...
Die Zukunft wird weiblich», versprach das Badische Staatstheater Karlsruhe zum Saisonstart, und verwies damit zunächst mal aufs eigene Personal: Seit Sommer sind vier der fünf Spartenleitungen weiblich besetzt (das Junge Staatstheater bildet mit Otto A. Thoß die Ausnahme), und Schauspieldirektorin Anna Bergmann hat für ihre erste Spielzeit ausschließlich...
«Man will doch nicht von einem Gerät umgebracht werden», poltert Peter Anders. Er muss es wissen, der Mann hat gedient. Sätze wie dieser, die schon in sich so komisch widersprüchlich sind, dass man sich wundert, dass am Ende der Punkt hält, gehen beim Lesen des erklärfreudigen Kampfroboter-Kammerspiels «Im Schatten kalter Sterne» von Christoph Nußbaumeder fast...
