Karacho bis zum Pausenstopp
Viel Lärm um Nichts» ist eine Komödie, deren Titel ein Regisseur durchaus ernst nehmen darf. Auch wenn hier Soldaten aus dem Krieg heimkehren, es Schurken und moralische Ansinnen gibt, auch wenn hier Stolz zu Demütigungen und Dummheit zum Erfolg führt, bleibt Shakespeares flottes Bühnenstück doch zu allererst ein Schlachtplan für Vergnüglichkeiten.
Also macht das Konzept des Hamburger Thalia Theaters durchaus Sinn, aus dem Klassiker ein Sommerstück zu machen, dafür ein Zelt in der Hafencity neben Baustellen, Aussichtsturm und Fährterminal aufzustellen, um hier so richtig boulevardmäßig die Sau raus zu lassen. Und David Bösch ist dafür ein hervorragender Regisseur, denn er beherrscht den flachen wie den kultivierten Scherz, jugendliche Überreiztheit wie handwerkliches Pointendreschen gleichermaßen.
Entsprechend fühlt sich seine Inszenierung in dem Zirkusambiente gleich so richtig wohl. Rasante Auf- und Abtritte mit Mofas und im Spurt, mit Luftballons und Schunkelmusik bringen als Ouvertüre die Besucher auf Touren – und dann fliegt in affenartiger Geschwindigkeit die Filmgeschichte am Inszenierungsfenster vorbei. Im effektsicheren und temperamentvollen Tempotheater, das Bösch in ...
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