Wie funktioniert Gesellschaft?

Konstantin Küspert «rechtes denken»

Theater heute - Logo

Dem Verständnis, das Politiker unterschiedlicher Couleur den Ängsten vor «Überfremdung» und «Islamisierung» entgegenbringen, weil man «die Sorgen der Bürger ernst nehmen» müsse, kann man erwidern: Nicht jede Angst ist berechtigt, und nicht jede Angst führt zum Recht. Der Soziologe Heinz Bude spricht in diesem Zusammenhang davon, dass ein ethnisch homogenes Milieu nur ein «halluzinierter Zustand» sei (und immer war), der zwar mit großen Gefühlen aufgeladen werden könne, aber als Grundlage für ein Wir nicht aufrechtzuerhalten sei.

 

Warum geht die Sehnsucht nach Gemeinschaft dennoch oft mit gruppenbezogener Ausgrenzung einher? Wie entstehen Einstellungen, die von der Ungleichwertigkeit der Menschen ausgehen? Entstehen Gesellschaftsstrukturen weniger über Gemeinsamkeiten als vielmehr über das Außen, den gemeinsamen Feind, die Anderen, von denen man sich abgrenzt? In seinem Stück «rechtes denken» untersucht Konstantin Küspert rechtsextreme und somit fremdenfeindliche Positionen in unserer heutigen, «nordwestlichen» Gesellschaft. 

 

Wann rechte Denkweisen als «rechtschaffen», wann als beunruhigend wahrgenommen bzw. qualifiziert werden, hängt durchaus auch vom diskursiven Gewand ab, mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 185
von Remsi Al Khalisi

Weitere Beiträge
Der Druck im Brustkorb steigt

Ein großbürgerliches Wohnzimmer un­serer Zeit. Altbau. Europa. Die Leute, die hier wohnen, haben Geschmack, sie verbinden gekonnt Modernes mit Altem, sie haben genug Geld, aber es muss auch nicht alles perfekt sein. Ikea trifft Biedermeier und Charles Eames und Flohmarkt. Sie lesen Bücher, sie haben studiert.» Pointiert skizziert Roland Schimmelpfennig den...

Deutsche Erstaufführungen

A

Miguel del Arco

Helena – Plädoyer für eine Schlampe 

(Theater Biel Solothurn)

Ayad Akhtar

Geächtet (Disgraced) 

(Schauspielhaus Hamburg)

Mattias Andersson

Acts of Goodness 

(Theater Radebeul Landesbühnen Sachsen)

 

B

Alexandra Badea

Zersplittert (Schauspielhaus Graz)

Brigitte Buc

Hundswetter (Komödie am Kurfürstendamm)

 

C

Pamela Carter

Was wir wissen (Theater...

Da trifft man sich

Nehmen wir einen beliebigen Menschen, der zehn Jahre lang nicht in Frankfurt war. Ein Mensch, der jetzt, wie damals bei seinem letzten Besuch, das Theater besucht. Sie (oder er) würde sich wundern. Sie (oder er) würde sich fragen, ob sich die Stadt wirklich so vollkommen verändert hat. Sie würde sich wahrscheinlich fragen müssen, ob die hier die Theaterleidenschaft...