«Na Peter, stehste wieder?»
Wenn ein Mann von der Statur des Schauspielers Peter Kurth sich das offene Jeanshemd unter der Brust zusammenknotet, kann das eigentlich nur zweierlei bedeuten. Entweder zeugt diese Maßnahme, die seinen imposanten Bauch effektvoll in Szene setzt, von penetrantem Selbstbewusstsein und virilem Zeigestolz: «Hier, seht her, alles meins!» Oder aber sie signalisiert: «Ey, mir egal, eh wurscht.» Viel spricht dafür, dass Iwan Petrowitsch Woinizki, genannt Wanja, dieser zweiten Möglichkeit gemäß handelt, um wenigstens vorläufig bei der ersten zu landen.
Die junge Elena, die er liebt, ist schließlich nicht nur mit seinem Schwager verheiratet, dem er sich freiwillig sein halbes Leben lang unterworfen hat – sie hat sich auch gerade aus seiner verzweifelten Umarmung entwunden und giftet ihm nun empört hinterher: «Sie sind ja betrunken!» und «Ekelhaft!!»
Es gibt aber noch eine dritte Möglichkeit in Robert Borgmanns spröder, zum Theatertreffen eingeladener Tschechow-Inszenierung, und die lautet: So ein Bauch kann einfach gute Laune machen. Sobald Wanja nämlich seine Wampe nackt zur Schau trägt, ertappt er sich plötzlich: «Oups, ich lache ja.» Er fängt an zu pfeifen, lässt einen Phantomvogel auf ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Die Spieler des Jahres, Seite 144
von Eva Behrendt
Bisher standen Publikumsgespräche ja nicht unbedingt im Verdacht, zu den kontroversesten Genres des Bühnen-Business zu gehören. Zumindest nicht unter den beteiligten Schauspielern: Man gibt kollektiv Auskunft, wie man die schieren Textmassen bewältigt, welcher Inspirationsquellen man sich bedient oder womit man – im aufregendsten Fall – den Regisseur getriezt hat;...
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TH Wir sitzen hier am Ende einer erfolgreichen Spielzeit, Ihrer ersten am Gorki Theater. Ihr Vorgänger Armin Petras hatte hier ein allseits geschätztes, sehr interessantes Theater gemacht, dass Sie sehr kurzfristig übernommen und gründlich umgekrempelt haben. Stadttheater sind ja eigentlich recht beharrliche Betriebe – wie geht das?
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