Grundlos leben und schreiben

Wird die Zukunft des Theaters etwa männlich??

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Einst rief mich eine Frau an, weil ich auch eine Frau bin, ansonsten verband uns nicht viel. Hätten wir ein Bildofon gehabt, hätten wir zur harmonischen Begrüßung unsere Brüste
und Genitalien ICH FRAU DU FRAU HALLO JANE eingeblendet. Sie, Leiterin einer freien Theatergruppe in Marburg – ich, einer der letzten Schriftsteller Stuttgarts, zwischen Café- und Schreibtisch, nachdenklich am und über dem Tresen hängend. Die mich anrufende Frau wünschte sich ein Stück für Frauen von Frauen über Frauen.

Eine vage Forderung, in die ein gewiefter Schriftsteller / eine gewiefte Schriftstellerin / jedes Kind BITTE KREUZEN SIE DAS AUF SIE ZUTREFFENDE AN nahezu alle Inhalte einpassen kann. Können auch Männer mitspielen, fragte ich. Ja klar, sagte sie. Gut, sagte ich, dann lass es uns vorerst mal (ich sah in meine Hand, die das Bier hielt) «Bier für Frauen» nennen. Eine langjährige Trink- und Sprachrecherche begann. Am Ende war mir alles egal, auch der Text näherte sich dem großen Egal an. Er versuchte, Gleichheit zu denken, eine Studie der trinkenden Frau heute. EGAL schrieb ich in meinen als Anmerkungen getarnten Befehlen, welche Regie­anweisungen überflüssig machen sollen OB FRAUEN ODER MÄNNER, ...

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Theater heute März 2011
Rubrik: Frauen im Theater, Seite 10
von Felicia Zeller

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