Marx oder Murx?
Einst zierten sie als staatlich verordnete Ladenhüter sämtliche DDR-Buchhandlungen. Freiwilligen Absatz fanden sie zur Verwunderung lesefreudiger DDR-Bürger, die stets nach verbotener Westliteratur lechzten und mit «Marxismus-Leninismus» als ideologischem Pflichtfach traktiert wurden, nur unter linken Studenten aus Westdeutschland, die sie dringend für ihre revolutionären Theorieschulungskurse benötigten.
Preiswert genug waren sie ja, auch für den schmalsten Studentengeldbeutel: die als «Die blauen Bände» bekannten, von den Instituten für Marxismus-Leninismus in Moskau und Ostberlin edierten, im Ostberliner Karl Dietz Verlag herausgegebenen «Marx Engels Werke», kurz «MEW».
Nach dem Untergang des SED-Staates schienen die «blauen Bände» eine Zeit lang nur noch fragwürdigen nostalgischen Wert zu besitzen – ähnlich wie das Ost-Ampelmännchen oder die NVA-Uniformstücke und rotbesternte Mützen der Sowjetarmee, die den Touristen am Berliner Checkpoint Charlie als Ramschware feilgeboten wurden. Doch jetzt sind sie unversehens wieder da. Jedenfalls sind der 23., 24. und 25. Band der «MEW», «Das Kapital Band eins bis drei», im unveränderten Nachdruck der Ausgabe von 1962 und im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ich würde ja gerne eine beeindruckende Geschichte darüber aus dem Ärmel zaubern, wie ich zum Theater gekommen bin, aber ich glaube, das Theater ist ganz einfach und unspektakulär zu mir gekommen.» Ein solches Bekenntnis über dem allerersten Schluck Kaffee lässt auf zwei Dinge schließen: Dennis Kelly ist erstens ehrlich veranlagt und arbeitet zweitens nicht aktiv an...
Seit 19 Jahren leitet René Gonzales das Théâtre de Vidy in Lausanne und hat es zu einer in Europa einzigartigen Produktionsstätte gemacht. Das Haus hat kein eigenes Ensemble, aber es produziert und koproduziert unentwegt – bis zu drei Dutzend Inszenierungen sind pro Spielzeit zu sehen, und mit den vielen Gastspielen in aller Welt kommt das Theater auf gut 400...
TH Christoph Schlingensiefs Produktion «Die Kirche der Angst vor dem Fremden in mir» ist mit weit über 400.000 Euro die teuerste Produktion, die es je beim Theatertreffen gab. Kann sich das Festival das leisten?
Iris Laufenberg Mit Hilfe der Ruhrtriennale und durch die persönliche Unterstützung von Christoph Schlingensief konnten wir die Kosten runterrechnen. Das...
