Jenseits der Posen
Fritz hat Christine an die Wand gedrückt. Rums. Keuchend küsst er sie hysterisch ab, klebt sich an ihren Körper, der wie leblos alles über sich ergehen lässt. Wild wirft er ihre Arme nach oben über ihren Kopf, doch statt in rasende Verzückung zu verfallen, lässt sie ihre Arme teilnahmslos und schlaff einfach wieder an ihrem Körper nach unten sinken. Fast schon verzweifelt greift er ihren Po, rutscht an ihren Beinen hinunter auf den Boden, schlabbert und küsst, geifert und giert, richtet sich rasch wieder auf, nur um ihr Bein um seine Hüften zu schlingen.
Love me, love me, say that you love me. Doch weder das Bein noch Christine wollen Fritz, den Geheimniskrämer, den Falschspieler, in diesem Moment lieben. Das Bein gleitet haltlos an ihm ab. Arme hoch, Arme runter, Bein herum, Bein herunter, immer wieder auf und nieder, bis Fritz plötzlich von ihr ablässt und sie sich beschämt, betäubt und entsetzt gegenüberstehen.
Szenenwechsel. Eine Frau mit aufgelösten langen Haaren steht im weißen Kleid vor einem feinen Herrn mit hellem, kurzärmeligen Hemd. Er umarmt sie, doch ein zweiter Herr im dunklen Anzug trennt die beiden Namenlosen wieder voneinander, streicht über ihre Arme wie zur ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Als Anfang Juni aus Meiningen die Nachricht kam, der Vertrag des Intendanten Res Bosshart werde nicht nur im Jahr 2007 nicht verlängert, sondern der Theaterchef müsse sogar vorzeitig und zwar bitte sofort gehen, war eigentlich niemand so richtig überrascht. Meiningen und Bosshart: Das war seit Beginn der «Zusammenarbeit» in der Spielzeit 2002/03 eine ungute...
Es gibt Künstler, die für ein bisschen Medienaufmerksamkeit alles tun, zumal, wenn sie gerade ein neues Buch, einen neuen Film, eine neue CD oder auch nur irgendeine Meinung zu promoten haben. Stürmt der Künstler nicht von selbst nach vorn, hat er Agenten, Verlage und Produktionsheinis, die ihm Beine machen. Man kann das niemandem verübeln. Der Künstler braucht die...
Das Sommerloch im Theater – die Spielzeitpause ohne Aufführungen – hat längst ausgedient. Wo andernorts Freilichttheater mit publikumswirksam aufbereiteten Klassikern drohen, durften sich die Kölner allerdings zum zweiten Mal ins Ferienlager begeben, um Uraufführungen von jungen Gegenwartsautoren zu entdecken. Einen wunderbaren Blick über die Stadt gab es auf dem...
