Das Ersatztheater boomt
Jahr für Jahr finden auf deutschsprachigen Bühnen mehr Ur- und Erstaufführungen neuer dramatischer Werke statt, allerorten veranstalten selbst kleinere Stadttheater Festivals mit neuen Stücken. An manchen größeren Häusern hat sich das schöne Modell der Hausautorenschaft etabliert. Dennoch gibt es in Autoren- und Verlegerkreisen größere Unzufriedenheiten mit der Entwicklung im Bereich «Neue Dramatik». In Berlin etwa formierte sich gerade eine Initiative namhafter TheaterautorInnen. Ihr Anliegen ist es, auf die prekäre Situation von Theaterautoren aufmerksam zu machen.
Sie beklagen beispielsweise zu geringe Tantiemen und mangelndes Nachspielen ihrer Stücke und fordern eine Klassikerabgabe, die zeitgenössischen Autoren zugute kommen soll. Wird hier «auf hohem Niveau gejammert», oder gibt es nachvollziehbare Gründe für dieses vorsichtige Aufbegehren der Autoren?
Stagnation: Mehr Uraufführungen – weniger Vorstellungen
«Erfreulich ist der Zuwachs an Ur- und Erstaufführungen auch im vergangenen Jahr» – so und ähnlich verkündet der Deutsche Bühnenverein seit Beginn der 90er Jahre jährlich die Entdeckungsfreude deutschsprachiger Theater, wie er sie auch in seiner Werkstatistik «Wer ...
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Wenn das kein Thema für eine sozialkritische Komödie mit Potenzial für bitterböse Pointen ist: Pflegenotstand in Westeuropa und Personal aus dem wilden Osten, das die Lücken füllt. Da könnten Interessen aufeinanderprallen, Kulturen clashen und die Fetzen fliegen. Und so viel muss man Cesare Lievi lassen: Er hat einen aktuellen Brennpunkt gefunden, der auf dem...
Über eine Theateraufführung kann nur schreiben, wer mit eigenen Sinnen und Verstand gegenwärtig war. So dachte man bisher, und so formuliert die Theaterwissenschaft und Theaterkritik ihr leidiges Problem, ein flüchtiges Ereignis analysieren und konservieren zu wollen. Schon der Versuch eines Kritikers oder wissenschaftlichen Beobachters, während der Aufführung...
