Der Hamlet von Ostwestfalen
Heimat steht nicht hoch im Kurs im ach so progressiven deutschen Theater. Was soll man da mit einem Stück anfangen, das den Mittelteil einer «Heimattrilogie» stellt, wie «Dogland» von Nuran David Calis? Wie schon bei seinem Erstling «Dog eat Dog», der vor zwei Jahren am Thalia-Theater uraufgeführt wurde, ist der Ort der Handlung die Bielefelder Plattenbausiedlung Baumheide. Dort ist Calis als Sohn armenisch-jüdischer Eltern aufgewachsen. «Dog eat Dog» handelte von der Sehnsucht nach einem Leben jenseits von Baumheide. Nachts hielt hier ein Bus, der nach Süden bis ans Meer fuhr.
«Dogland» nun erzählt nicht mehr von Träumen, sondern von der Heimkehr und von der spießigen Kleinbürgerlichkeit derer, die geblieben sind. Vor zehn Jahren hat Memo (Andreas Hilscher) die Heimat verlassen. Er wurde Legionär, ohne Grund und Entschuldigung. Seine Rückkehr aber hat einen Grund. Als er in den Krieg zog, starb sein Vater Massud. Bis heute hat er keinen Grabstein. Memo hat einen Stein mitgebracht, er will seinem Vater einen Grabstein hauen.
Wie in Stein gehauen steht auch Memo auf der Bühne. Breitbeinig und mit auf der Brust verschränkten Armen. Wie in Stein gehauen stehen meist die anderen ...
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Am Schluss raffen sich alle noch einmal auf für ein Tableau der allgemeinen Beglückung: Der kastrierte Hofmeister hat sein Landmädchen gefunden, die ausgeflogene Jungfer Gustchen kehrt, samt Kind, heim in den Schoß ihrer Adelsfamilie und an die Trauhand ihrer Jugendliebe Fritz von Berg. Man lächelt breit, ein Hauch von Seifenoper weht durch den Raum. Dann aber...
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István Eörsi,...
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