Aufbruch in Raten
Vorsichtig bahnen sich drei Kerzen ihren Weg durch ein Tableau aus schemenhaften Gestalten. Stimmen erklingen. Irgendwo in einem dunklen Zimmer haben Tony, Thomas und Christian Buddenbrook das Stammbuch ihrer Familie entdeckt, deren große Zeit längst im dämmrigen Zwielicht der Geschichte in Vergessenheit geraten ist.
In Zeiten der Angst vor dem Abstieg vergewissern die Bürger sich ihrer selbst: Passend zur Bürgerlichkeitsdebatte hatte John von Düffel Thomas Manns mit dem Nobelpreis gekrönten Roman vom Untergang einer großbürgerlichen Fabrikantenfamilie in der vergangenen Spielzeit für das Hamburger Thalia Theater adaptiert und sich dabei auf die drei Kinder des Konsuls Buddenbrook konzentriert, die die dramatischen Veränderungen der Zeit in ihren Lebensentwürfen auszutragen haben.
Zur Eröffnung der Spielzeit hielt auch die junge Regisseurin Barbara-David Brüesch, Jahrgang 1975, in der Schweizer Erstaufführung den Berner Bürgern in ihrem schmucken Stadttheater den Spiegel vor. Die Absolventin der Ernst-Busch-Schule in Berlin ist nur eine von zahlreichen Regisseurinnen und Regisseuren aus der so genannten Freien Szene, die ihren Schweizer Start beim «Hope & Glory»-Festival im ...
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