Dresden: Die Zweitverwertungs-Problematik
Der Regisseur, ein Wiedergänger von Woody Allens erfolglosem 80er-Jahre-Künstleragenten Danny Rose, ist stinksauer. Er hat herausgefunden, dass die nichtsnutzigen Schauspieler, mit denen er hier seit Wochen ein ernst zu nehmendes Bühnenwerk zu kreieren versucht, hinter seinem Rücken Filme drehen – mit seinem Assistenten, in seinem Bühnenbild.
Eine gängige Praxis, wie die Akteure im Kleinen Haus des Dresdner Staatsschauspiels in den kommenden 65 Minuten nicht müde werden zu versichern, während sie – dauerverfolgt von Kamerafrauen und Mikrofonträgern – auf Janina Audicks Filmset-Bühne permanent von links nach rechts wuseln und wieder zurück. «Die bleierne Zeit» von Margarethe von Trotta wurde während der Proben zu ‹Drei Schwestern› von Peter Stein gedreht», ruft zum Beispiel ein Filmteammitglied streberhaft hinter einem mobilen Kulissenelement hervor.
Überraschenderweise steigt der öffentlich bekennende Endlos-Recycler René Pollesch bei seinem sächsischen Regiedebüt – einem Sonderprojekt zur 100. Spielzeit des Dresdner Theaters – mit der «Broadway-Danny-Rose»-Story derart konkret ins künstlerische Zweitverwertungssujet ein, dass man fast von einer stringenten Rahmenhandlung zu ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Christine Wahl
1./Montag
20.15, arte: Molière Spielfilm (1977) von Ariane Mnouchkine, mit Philippe Caubère, Frédéric Ladonne, Odile Cointepas, Joséphine Derenne u.a.
6./Samstag
21.15, 3sat: Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner: Wahnfried. Richard und Cosima Fernsehfilm (1986) von Reinhart
Baumgart, mit Otto Sander, Tatja Seibt, Peter Matic, Christoph Waltz u.a.,
Regie Peter Patzak...
Die Eiszeit steht vor der Tür, eine Sintflut verwüstet die Erde, aus dem Weltkrieg kehren traumatisierte junge Männer heim und drohen damit, «die halbe Welt» umzubringen. Der amerikanische Schriftsteller (und homosexuelle Christ) Thornton Wilder entwarf solche Horrorszenarien, um ihnen mit gepflegtem Optimismus gegenüberzutreten: «Wir sind noch einmal davon...
Und plötzlich ist da eine, die leuchtet. Ein Stern. Kein Star, aber ein Stern. Ein Star hat diese Aura einer irgendwie absonderlichen Besonderheit, einen Tick, einen Spleen, eine Masche, die ihn sofort wiedererkennbar macht, ein Markenzeichen oder auch nur eine Marketing-Strategie. Ein Stern ist lauter. Nicht lauter im Sinn von mehr als laut, obwohl auch er sich...
