Christine Wahl: Immer diese Kuragins
Mindestens einen Rekord hat Matthias Hartmann mit seinem russischen Mammut-Unterfangen zweifelsfrei gebrochen: Die Tolstoi-Roman-Adaption «Krieg und Frieden» dürfte als Preview-reichste Produktion in die Theater-Annalen eingehen.
Seit April 2010 hatten nicht nur jede Menge Wiener und St.
Petersburgerinnen, sondern – wie «Spiegel online» letzten November berichtete – auch Besucher des privat finanzierten Hamburger Theaterfestivals «in gelben Breitcordhosen, ihre Escada-Frauen hinter sich herziehend», zu normalen Theaterpreisen ausreichend Gelegenheit bekommen, öffentlichen Proben des Fünfeinhalbstünders beizuwohnen und dem Regisseur hinterher dankbar zuzunicken.
Der aber sei, so «Spiegel online» weiter, allem Lob zum Trotz tief in sich gegangen, habe immer wieder über «die Unfertigkeit des Abends» sinniert und schließlich – ein Rotweinglas in der Hand – gestanden, er wolle «alles noch einmal ändern» und «müsse jetzt erst mal richtig proben».
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Theater heute Februar 2012
Rubrik: AUFFÜHRUNGEN, Seite 10
von Christine Wahl
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