Die rheinischen Nebel
Beginnen wir mit dem Logo. «D’haus» bezieht sich auf das Kürzel, das gelegentlich benutzt wird, um die Landeshauptstadt «D’dorf» auf kompaktes Format zu stutzen (Köln derart kleiner zu kriegen, funktioniert nicht).
Ist es eine Geste der Selbstbescheidung? Annäherungsversuch an das umliegende «Dorf»? Oder reagiert das Label ironisch-bitter auf die für das Schulz-Team unzumutbare Situation der sich hinziehenden Unbespielbarkeit des Bernhard-Pfau-Baues am Gustaf-Gründgens-Platz durch die akut gewordene Sanierung und Reparatur von Technik und Fassade (Kosten von 20 Millionen aufwärts bis 40) und durch die Riesenbaustelle für den sogenannten Kö-Bogen II?
Die Kommune hat zwar A gesagt (Unsere Stadt soll schöner werden), aber nicht weitergedacht. Nachdem der Platz selbst an einen Investor für 70 Millionen Euro verkauft wurde, ist ein umfassender Gesamt-Entwurf des Architekturbüros Ingenhoven mit einem scharf geschnittenen Gebäuderiegel geplant, der sich klug in Dialog setzt zu dem von Pfau ursprünglich entworfenen Ensemble mit Thyssen-Hochhaus und die Sichtachse zur Königsallee hin freilegt. Mittlerweile gehen Freunde des ungewöhnlicherweise je zur Hälfte von Stadt und Land NRW ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Start, Seite 32
von Andreas Wilink
Ein Theater zur Demokratie ist ein Theater der Biografien in ihren politischen Kontexten», schrieb Chefdramaturg Ludwig Haugk dem Festival «Uniting Backgrounds» ins Programmheft – und wahrscheinlich bildet kein anderer Satz so passgenau auch die Programmatik des ganzen Theaterprojekts Maxim Gorki seit dem Beginn der Intendanz Shermin Langhoff/Jens Hillje ab.
...Andreas Wilink: Jenseits der Denkmalschutz-Positionen und städtebaulichen Fakten: Wie empfanden Sie die Attacke auf den ohnehin labilen Status quo des Düsseldorfer Schauspielhauses, des Gebäudes und der Institution selbst?
Wilfried Schulz: Ich empfinde es als extrem unglückliche Diskussion, die durch Oberbürgermeister Thomas Geisel vom Zaun gebrochen wurde. Ich...
Das Theater geht ins Kino mit wackeligen Beinen und einem schicken neuen Anzug. So ließe sich der mediale Transfer beschreiben, den die Verfilmung von Ibsens «Die Wildente» durch Simon Stone betreibt. Der Australier Stone, geboren in Basel und dort Hausregisseur am Theater, wurde für seine Wiener Inszenierung von «John Gabriel Borkman» in diesem Jahr zum...
