Willst du mich verpapageischaukeln?
Die Familie Gollwitz hat einen Vogel. Einen ziemlich großen sogar. Links neben dem roten Sofa hängt eine überdimensionale Papageienschaukel, rechts prunkt ein Meisenknödel im Netz, Durchmesser: gut ein halber Meter. Das liebe Vieh aber steht vorn an der Rampe, federt locker im Kniegelenk und krächzt flügelschlagend ins Publikum: «Gudn Aahmd!»
Der Schauspieler und Regisseur Herbert Fritsch ist der neue Curt Goetz, zumindest am Neuen Theater Halle.
Nach Goetz’ «Das Haus in Montevideo» bringt er den (auch von Goetz einst bearbeiteten) «Raub der Sabinerinnen» der Brüder Schönthan, den Schwank aller Theaterschwänke, zum Hyperventilieren: Gymnasiallehrer Gollwitz hat in seiner Jugend eine römische Tragödie geschrieben, die sich Striese, Direktor eines erfolglosen Schmierentheaters, unter den Nagel reißt, um daraus eine unfreiwillige Komödie und einen überraschenden Publikumserfolg zu machen. Bevor es dazu kommt, dreht der Gollwitz-Clan grundlos am Rad: Für Fritsch Grund genug, den sprichwörtlichen Vogel buchstäblich zu inszenieren.
In einer mehr pragmatischen als feministischen Volte hat er zudem aus Striese eine Intendantin gemacht, für die Danne Hoffmann neben ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Barbara Burckhardt Hilmi Sözer, im Altonaer Theater in Hamburg spielen Sie zurzeit «Schillers Sämtliche Werke, leicht gekürzt», ein Abend von und mit Michael Ehnert in Anlehnung an den Shakespeare-Renner ähnlichen Titels. Sie spielen darin unter anderem sehr scheu und ernst Schillers Luise Millerin und müssen sich in der fingierten Probensituation, die den Rahmen...
Wenn sich die Aktionäre der Daimler AG am 8. April im Internationalen Congress Centrum Berlin treffen, führt zwar die Abteilung Investors Relations der schwäbischen Autoschmiede Regie, aber sonst gibt es alles gratis, was Rimini mühsam beschaffen müsste: unzählige Experten des Alltags, in diesem Fall sechs Daimler-Vorstände, 20 Aufsichtsräte und viele, viele echte...
War es dies etwas verhaltene Mädchenlachen, ein Versprechen von welschem Charme? Oder ihre streng aufrechte Haltung, die von protestantischer Disziplin erzählte? Als Gilberte de Courgenay in Franz Schnyders gleichnamigem Debütfilm spielte sich Anne-Marie Blanc 1941, gerade 22 Jahre alt, in die Herzen eines schweizerischen Publikums, deutsch und welsch – und da...
