Balz Schweizer wird zum Störfaktor
Die Schweiz ist ein friedliebendes Land, und Revolten, geschweige denn Revolutionen, sind hier, zumindest in der neueren Geschichte, doch relativ selten. Wenn sie irgendwann aber doch entstehen – wie beispielsweise im Zuge der Jugendunruhen 1968 und in den 80er Jahren –, geschieht dies allerdings mit einer nahezu erschreckenden Vehemenz, die so gar nicht zu diesem harmoniebedürftigen und wohlstandsverwöhnten Land zu passen scheint.
Auch zum (Selbst-)Bild des Schweizers gehören große Umbrüche oder Revolten eher nicht, dazu geht es ihm viel zu gut in seinem kleinen Land.
Gesellschaftliche und politische Auseinandersetzungen beschränken sich im Großen und Ganzen auf politische Diskussionen, die von einem föderalistischen System geprägt sind, das alle großen Parteien an der Regierung teilhaben lässt. Konsens heißt die Devise, Kompromisse finden, wenig Opposition.
Umso heftiger fallen allerdings die Resultate der regelmäßigen Volksabstimmungen aus. Sei es das Minarettverbot, die Diskussion um zu hohe Managergehälter oder zuletzt die Initiative über die sogenannte Masseneinwanderung (die mit fatalen Folgen angenommen wurde) – das Abstimmungsvotum wird zum Ventil für angestaute ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 185
von Andrea Schwieter
Bisher standen Publikumsgespräche ja nicht unbedingt im Verdacht, zu den kontroversesten Genres des Bühnen-Business zu gehören. Zumindest nicht unter den beteiligten Schauspielern: Man gibt kollektiv Auskunft, wie man die schieren Textmassen bewältigt, welcher Inspirationsquellen man sich bedient oder womit man – im aufregendsten Fall – den Regisseur getriezt hat;...
Das ideale Theater hat in meinem Traum folgenden Spielplan:
«Othello» – Regie Peter Zadek, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 1976
«Gänge» – Choreografie William Forsythe, Frankfurt 1983
«La tragédie de Carmen» – Regie Peter Brook, Théâtre des Bouffes du Nord 1983
«Die Macht der theaterlichen Torheiten» – Regie Jan Fabre, Troubleyn Theater Amsterdam 1984
«Küsse Bisse...
In letzter Zeit wird wieder verstärkt übers Theater gestritten, vor allem über seine Zukunft. Wie soll sie aussehen? Die Stadttheater bewahren? Eine zweite Säule aus Projektförderung daneben stellen? Mehr Produktionshäuser gründen? Und wie geht es überhaupt mit dem Ensemble- und Repertoirebetrieb weiter? Übernimmt der Apparat die Kunst? Das sind alles berechtigte...
