Die Grenzen der Gesetze
Das Gorki Theater in Berlin gibt dem Zentrum für politische Schönheit Gelegenheit, auf die Flüchtlingsfrage drastisch hinzuweisen. Die Politik soll dazu bewegt werden, ein Gesetz abzuschaffen, «das eine Schande für dieses Land und Europa darstellt». Vier Tiger waren für zwölf Tage vor dem Theater untergebracht, Menschen sollten sich finden, die bereit wären, sich fressen zu lassen.
Barbarische Spiele? «Welch ein Schauspiel, aber ach ein Schauspiel nur!»? Oder bitterernst, so ernst wie das Thema «Flüchtlinge»? Und wenn jemand bereit ist, sich den Tigern zum Fraße vorzuwerfen? Immer noch Kunstfreiheit oder Verstoß gegen die Menschenwürde? (Die meisten Kommentare haben allerdings nur den Tierschutz im Visier!)
Johannes Paul Raether bespielt das alljährliche Festival Foreign Affairs der Berliner Festspiele im Juli 2016, indem er eine Gruppe von Menschen in den Apple Store am Kurfürstendamm schickt und ihnen ein Gallium-Teil in die Hand drückt, das während der Aktion zu einer quecksilberähnlichen Substanz schmilzt. Seine ahnungslosen Gäste (unter ihnen der Intendant der Festspiele) werden aufgefordert, die Computer zu benutzen, wobei das flüssige Gallium Tisch und Geräte beschädigen ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen, Seite 28
von Peter Raue
TH Naika Foroutan, Sie sind Professorin für Migrations- und Integrationsforschung an der Berliner Humboldt-Universität. Was machen Sie da eigentlich genau?
Naika Foroutan Ich bin, genauer gesagt, Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik. Wenn man darin nach der Migrationsforschung fragt, muss man feststellen, dass das als klassisches Fach in...
Bei Shermin Langhoff hängt ein Kunstwerk von Silvina Der-Meguerditchian, auf dem steht «Dert var gelir geçer, dert var deler gider» – es gibt Sorgen, die kommen und gehen, und es gibt Sorgen, die kommen, hinterlassen ein Loch und gehen dann. Diese Löcher untersucht Yael Ronen in ihren Stücken.
Das tut sie wie eine Therapeutin, eine Schamanin, eine Vermittlerin zur...
Und wenn ich mich trotzdem vermehren will? Sie hat die Schnauze voll von scheiternden Beziehungen und den endlosen Was-wäre-wenn-Gesprächen und Selbstbefragungen, die irgendwann einmal zu der Zeugung eines gemeinsamen Kindes führen könnten. Sie entscheidet sich, eigenständig zu handeln.
Und trifft auf den Arzt, einen erfolgreichen Reproduktionsmediziner, der legale...
