Reden wir nicht mehr über Geld
Am 30. Juni geht ein besonderes Kapitel in der Geschichte des Burgtheaters zu Ende: Karin Bergmann, die erste Frau an der Spitze der Burg, tritt ab. Fünfeinhalb Jahre vorher, im März 2014, hatte sie – mitten in der Spielzeit – ihr Amt angetreten. Nach der damaligen fristlosen Entlassung von Matthias Hartmann war Bergmann vom Kunstminister Josef Ostermayer (SPÖ) zunächst für zwei Jahre interimistisch eingesetzt worden. Im Herbst 2014 wurde Bergmanns Vertrag dann auf die übliche Dauer von fünf Jahren verlängert.
Wie sind die Bergmann-Jahre einzuschätzen? Für eine Interimsdirektorin war sie zu lange im Amt, für eine Ära war ihre Zeit zu kurz. Einerseits war es ihr vordringlicher Auftrag, das nach den Hartmann-Jahren schwer verschuldete Haus finanziell zu sanieren. Andererseits hatte Bergmann durchaus den Ehrgeiz, mehr zu sein als eine Trümmerfrau, die den Schlamassel aufräumt, den ihr Vorgänger hinterlassen hat. «Trümmerfrau finde ich schwierig», sagt sie. «Das Bild vom Phönix aus der Asche gefällt mir besser für meine Burgtheatergeschichte.» Aber um die Geschichte von Karin Bergmann und dem Burgtheater hinreichend würdigen zu können, muss man etwas weiter ausholen.
Es war einmal: ...
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Theater heute Juni 2019
Rubrik: Mission Burgtheater, Seite 42
von Wolfgang Kralicek
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