Rettung naht. Oder nicht.

Thomas Laue über Mario Salazar «Die Welt mein Herz»

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Die Welt ist unübersichtlich geworden. Alles hängt mit allem zusammen. Und während mit der Vernetzung der Welt unsere Möglichkeiten theoretisch ins Unermessliche gewachsen sind, ist es gleichzeitig immer schwieriger geworden, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um an das zu gelangen, was man das «Gute Leben» nennen könnte. Oder wie es Amanda in «Die Welt mein Herz» auf den Punkt bringt: «Leben und ein bisschen Zukunft.»

Natürlich läuft diese Erkenntnis schnell Gefahr, zur gegenwartspessimistischen Binsenweisheit zu werden.

Der Autor Mario Salazar ist klug genug, das auch zu wissen, und hält sich in seinem neuen Stück nicht mit weltumspannenden Theo­remen auf, sondern blendet mit harten Schnitten direkt hinein in das Leben seiner das Leben suchenden Figuren. Deren Geschichten blättert er für das Theater auf wie eine Filmstaffel in vier Folgen. Vorgeschichte war schon, Fortsetzung folgt. Salazars Figuren sind Randexistenzen, verstreut in der ganzen Welt, die mit wüstem, manch­mal auch komischem Lebenshunger versuchen, die Verhältnisse zu verstehen oder wenigstens zu bestehen, in die sie hineingeworfen wurden.

Es eint sie der Wunsch nach mehr: nach mehr Glück, mehr Leben oder ...

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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 178
von Thomas Laue

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