Der bessere Eidgenosse
Die Soldaten verschnarchen das Schönste. In Unterhemden und Hosenträgern liegen sie in einer Nische des Basler Schauspielhauses, ein Knäuel eidgenössischer Landser auf Gefechtspause, da springt ein massiger Offizier auf die abschüssigen Planken und trällert ein Mundartliedli. Ein wunderlicher Anblick ist das, denn der Offizier hat schwarze Hautfarbe, trägt russische Pelzmütze, dazu ein aufgenähtes Schweizerkreuz, und wird vom Nigerianer Nick Monu verkörpert, einem weit gereisten Schauspieler mit angelsächsischer Ausbildung, schaubühnen- und burgtheatergestählt.
Damit stehen wir an der diffusen weltpolitischen Front, die Christian Kracht für seinen anti-utopischen Roman «Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten» erfunden hat. Zum Saisonende haben zwei Theater Bühnenversionen entwickelt: Das Stuttgarter Staatsschauspiel verabschiedet sich mit der Inszenierung von seiner Dependance Theater im Depot (Regie: Armin Petras), das Theater Basel
hat Corinna von Rad für die Uraufführung engagiert.
Der farbige Parteikommissär ist ein Söldner, angeheuert von Schweizer Militärs, die Afrika als Human Ressource für einen 100-jährigen Krieg ausbeuten. Die Eidgenossen der Schweizerischen ...
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Soeben wurde der Aztekenkönig Montezuma vom hinterhältigen spanischen Eroberertrupp gefangen genommen. Sein tadellos modellierter Oberkörper, dem kein Ertüchtigungsgerät unter dieser Fitness-Sonne fremd sein kann, hat ihm nichts genützt: Der King war schlicht zu gutgläubig für diese Welt. Gastfreundlich hatte er die Kolonisatoren empfangen – und wird am Ende von...
Es gibt keinen Theaterautor, mit dem ich einen vergleichbar intensiven, leidenschaftlichen und neugierigen und konstruktiven Dialog über das Theater führen kann wie mit Ulrich Hub. Als wir uns kennenlernten, waren wir beide als Autoren noch am Anfang. Heute werden wir beide in Mülheim als Dramatiker ausgezeichnet. Es freut mich ganz besonders, dass wir beide hier...
Fast ist es schon ein neues Genre, zumindest aber eine Erfolgsstory: das Stadtprojekt. Jedes deutsche Stadttheater, das etwas auf sich hält, machte sich in den letzten Jahren daran, die eigene Kommune und dabei besonders gern den Problem-Kiez unter die Lupe zu nehmen und auf schlummerndes dramatisches Potenzial hin abzuklopfen. Das bringt Bewegung ins...
