Feminismus: Brennende Themen
Es ist ein erhebender und ungewohnter Anblick an diesem grauen Märzsonntag: Ein Strom von Frauen, minütlich anschwellend, zieht sich durch die verwaiste Innenstadt von Bad Godesberg vom Regionalbahnhof zu den Kammerspielen. 350 Frauen versammeln sich im Theatersaal vor goldenem Glitzervorhang und silbernen Ballons, rund hundert weitere stehen noch auf der Warteliste zum «Ersten bundesweiten Treffen der Theatermacherinnen» mit dem Titel «Burning Issues», gefördert u.a. von der Bundeszentrale für politische Bildung.
Natürlich hat es schon ähnliche Frauen-Ermächtigungstreffen im Kulturbereich gegeben, gibt die scheidende Bonner Schauspieldirektorin Nicola Bramkamp mit listigem Augenaufschlag gerne zu: «Wir sind eben kleine PR-Schlampen.» Ein Jahr lang hat sie es geplant, gemeinsam mit Lisa Jopt, die erzählt, wie sie sich als gestandene Ensemble-Netzwerk-Gründerin vor kurzem öffentlich, weil Cola mit einem Strohhalm trinkend, als «Lolita» abgewertet fühlte.
Die Welle surfen
Der erste Treffen oder nicht, «Burning Issues» erzeugt so viel Aufmerksamkeit wie kaum eins zuvor: Soeben sind die Enthüllungen über sexistische Machtmissbräuche von Hartmann bis Wedel durch die Feuilletons ...
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Theater heute Mai 2018
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Dorothea Marcus
Aufführungen
Sag zum Abschied leise Servus: Mit Shakespeares letztem Stück «Der Sturm» verabschiedet sich Intendant Tobias Wellemeyer nach 9 Jahren vom Potsdamer Hans-Otto-Theater; in Zürich hat sich Peter Kastenmüller für Stuckrad-Barres «Panikherz» entschieden, um dem Theater Neumarkt Adieu zu sagen. Auch für Armin Petras geht die Intendantenzeit in Stuttgart...
Auf den ersten Blick strahlt die Situation behagliche Normalität aus: Zwei junge Paare feiern eine Einweihungsparty. Zwischen Kisten und Möbeln stoßen Rachel und Jake mit Kitty und Edward auf deren neues Heim an. Freundschaftlich plänkelt man miteinander und bestaunt das Neugeborene von Edward und Kitty. Doch dann fällt die Frage, was man in letzter Zeit so...
Alles fließt, manchmal schwebt es, aber immer greift alles nahtlos ineinander in diesem Abend im Chemnitzer Schauspielhaus. «Meister und Margarita» in einer meist sehr stringenten Fassung von Regisseur Malte Kreutzfeldt, der eine an den Titel angelehnte klare Zweiteilung des Abends vornimmt. Die ersten 80 Minuten bis zur Pause sind dem namenlosen Meister (Andreas...
