(Hör-)Bücher für den Weihnachtstisch
Nachdem er erst poststrukturalistisch, dann systemtheoretisch und schließlich managementphilosophisch ausgeholt hat, geht Michael Börgerding aufs Ganze: «Ich gehe davon aus, dass wir das alle wollen: glücklich sein am Theater, Glück möglich machen im Theater, das Glück suchen im Theater.» Dreimal Glück und Theater!Der langjährige Hamburger Chefdramaturg, gegenwärtige Direktor der dortigen Theaterakademie und designierte Bremer Generalintendant sucht sich für diesen Höhenflug ein wahnwitziges Sprungbrett: einen Text über Sinn und Zweck des Dramaturgen.
Der Artikel selbst ist ein gelungenes Beispiel für Wahn und Witz des Berufs, der keiner ist, aber immerfort ausgeübt und selbstverständlich auch an Hochschulen und Kunstakademien gelehrt wird. Ort und Anlass ist «Die Kunst der Dramaturgie», herausgegeben von Klaus Zehelein und Anke Roeder, ein Sammelband zu Theorie, Praxis und Ausbildung eines Tätigkeitsfeldes, das so umfassend ist, dass es niemand greifen kann. – Was einen nicht geringen Teil der Faszination ausmacht.
Fischen im Tiefen
Sammelbände sind wie Fischernetze: Man sucht nach Heringsschwärmen und bekommt die halbe Meeresfauna. In diesem Fall einen sich immer erregter ...
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Theater heute Dezember 2011
Rubrik: MAGAZIN, Seite 60
von Franz Wille
Malerisch prangt der Mond über der hohen Steinmauer, die am Ende der Bühne jeglichen Ausweg zu verweigern scheint. Blaues Licht taucht den Raum in Melancholie. In einer Ecke verheißt eine pinke Leuchtschrift «Illyrien» und erinnert mit Flügel und Pianist an eine Bar. Eine verwaiste Badewanne trägt die Aufschrift «No Veritas», tote Gleise führen ins Nichts (Bühne:...
Ein unzeitgemäßes Buch: Esther Slevogt blättert das Leben von Wolfgang Langhoff auf, eine der tragischeren Theaterbiografien des letzten Jahrhunderts. Langhoff hat seine bürgerliche Herkunft, seine Vergangenheit als Freikorpskämpfer und als dandyhafter Jungschauspieler an Louise Dumonts Düsseldorfer Schauspielhaus hinter sich lassend, den Kommunismus um 1930 in...
Überregional wahrgenommen für seinen Diskussionsanstoß zur Zukunft des Stadttheaters, hat das Theater Freiburg momentan nur ein Sorgenkind: das Kleine Haus, das eigentliche Domizil des Schauspiels. Man habe, sagte Intendantin Barbara Mundel der örtlichen Zeitung, den Bogen vielleicht mit «zu vielen unbekannten Stücken» überspannt, das Haus war zuletzt nur zu 65...
