Leipzig: Archiv als Spiel
Machina eX ist bekannt dafür, dass sie ihr Publikum nicht nur zum Zuschauen, sondern zum Mitmachen einlädt – oder genauer: zum Mitspielen. Die Hildesheimer Truppe kombiniert Elemente von klassischen Click-and-Point-Adventures, die in den 1990ern eines der erfolgreichsten Computerspiel-Genres darstellten, mit denen des Theaters. Die Gäste müssen Rätsel lösen, um so die Handlung voranzutreiben.
In Leipzig stellten sie nun mit «Life of N in a Nutshell» ihr aktuelles Abenteuer in der Regie von Anton Krause vor, dass allerdings mit seinen maximal elf Besuchern eher ruhig und intim denn wild daherkommt.
Im Mittelpunkt steht ein älterer, sehr sorgfältiger Archivar (Bernd-Michael Baier), der das Leben eben jenes N rekonstruiert. Seine Nussschale ist ein sieben mal sieben Meter großer weißer Raum, in dem Baier mit weißem Stoffhandschuh herumwerkelt. Die Wände sind vollgestellt mit ebenso weißen Archivkästen, Diasammlungen, Ablageordnern und allerlei altertümlichem Gerät aus der ersten Phase der elektronischen Revolution. Alte Joysticks stehen neben Minifernsehern und Diaprojektoren. Tonbandgeräte lassen sofort das Wort «Spuuule» von Becketts Krapp im Kopf des Theaterenthusiasten ...
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Theater heute April 2015
Rubrik: Chronik, Seite 49
von Torben Ibs
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