Prosperos Insel
Wer einmal das Glück der Erfahrung hatte, eine Inszenierung von Peter Zadek bei den Proben zu begleiten, musste schnell die wichtigste Unterscheidung lernen: die Trennung zwischen drinnen und draußen. Drinnen sind alle an der Produktion Beteiligten in unmittelbarer Reichweite des Regisseurs, also alle auf sein Geheiß engagierten künstlerischen Mitarbeiter vom Bühnenbildner bis zum dritten Hospitanten einschließlich aller Schauspieler. Draußen ist der Rest der Welt – einschließlich des Theaters, an dem Peter Zadek gerade arbeitete.
Die Grenze zwischen drinnen und draußen wird mit argwöhnischer, fast paranoider Energie verteidigt. Übertritte von draußen nach drinnen sind bei Todesstrafe verboten, die Türen zur Probe verrammelt, selbst Besuche des jeweiligen Intendanten ausdrücklich unerwünscht. Für die notwendigen Ausfälle ins Feindesland – zum Beispiel für die Kontrolle des Arbeitsstandes in den Werkstätten – schickt man «Spione», ausgestattet mit allen Bond-Lizenzen. Wenn die unvermeidlichen Konflikte überhand nehmen und die Adjutanten verschlissen sind, übernimmt kurz vor Ausbruch der offenen Feindseligkeiten der Geheimdienstchef die Verhandlungen mit der Gegenseite – um Geld, ...
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Jeden Moment hätte Markus Luchsinger um die Zeltecke biegen können – so empfanden manche Weggefährten und Festivalhabitués beim diesjährigen Theaterspektakel. Der Theatermacher, der zwischen 1990 und 2001 dem von Alternativkultur und Straßentheater geprägten Sommerfestival am Zürichsee internationales Ansehen verschafft und es zum attraktiven Koproduktionspartner...
Es sieht schon heute recht eng aus auf dem Probebühnenareal der Hamburger Staatstheater. Gefangen zwischen Garagen, Mietshäusern, S-Bahn-Gleisen und einem verwahrlosten Areal mit Werkstattschuppen, das an die Nachkriegszeit erinnert, liegen die Probebühnen vom Deutschen Schauspielhaus und dem Thalia-Theater, das hier an der Gaußstraße auch seine Studiobühne sowie...
Einerseits würde man gerne den freien Blick runter auf die Dächer Heidelbergs genießen. Da ist aber auch Simone Blattners Inszenierung und das Gefühl, man dürfe keine der Sentenzen verpassen, mit denen Kleist von der Not eines Sterblichen berichtet, dem ein Gott die Gattin und dieses Wörtchen «Ich» rauben will. Alkmenes finales «Ach» ist der Seufzer einer Frau, die...
