Frauen sind einfach klüger

Wie sich in Hamburg Gerhart Hauptmanns «Rose Bernd», in Kassel Schillers «Räuber»-Amalia männlichen Zuschreibungen entziehen – Inszenierungen von Michael Thalheimer und Schirin Khodadadian

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Nun ist es amtlich: Frauen sind die besseren Menschen! Der größte deutsche Zeitdiagnostiker Frank Schirrmacher, vor kurzem noch von der Angst gebeutelt, dass «Stewardessen» wie Sabine Christiansen und anderes mittelmäßiges weibliches Personal die Meinungsmacht in diesem unserem Lande an sich reißen könnten, hat dazugelernt. Deutschland hat eine Kanzlerin, und Schirrmacher hat in seinem neuen Alarmbestseller-«Minimum» erkannt, dass Rettung aus der demografischen Abwärtsspirale nur vom bekannt sozialkompetenten und altruistischen weiblichen Geschlecht kommen kann.

Wir nehmen das Lob bescheiden lächelnd entgegen und begeben uns unverzüglich an die zugewiesenen Aufgaben: Gebären, Kinderaufzucht, den Kapitalismus vermenschlichen und im Anschluss die alten Eltern pflegen. Auf die Jungs sollten wir nicht rechnen bei der Aufrechterhaltung einer lebenswerten Gesellschaft, die können’s einfach nicht. Keine unraffinierte und eine für die Geschlechtsgenossen recht bequeme Volte des Neofeministen Schirrmacher – machen wir uns ganz klein, dann kann alles so bleiben, wie es sowieso schon ist.

 

Das starke Opfer Rose Bernd 

Eine Kleinigkeit muss Schirrmacher allerdings übersehen haben beim Lob der ...

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Theater heute Mai 2006
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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