Neue Stücke · Aufführungen (5/2018)
Aufführungen
Sag zum Abschied leise Servus: Mit Shakespeares letztem Stück «Der Sturm» verabschiedet sich Intendant Tobias Wellemeyer nach 9 Jahren vom Potsdamer Hans-Otto-Theater; in Zürich hat sich Peter Kastenmüller für Stuckrad-Barres «Panikherz» entschieden, um dem Theater Neumarkt Adieu zu sagen. Auch für Armin Petras geht die Intendantenzeit in Stuttgart zu Ende. Seine letzte Inszenierung, George Orwells Sci-Fi-Dystopie «1984», kommt allerdings als Koproduktion erstmal am Schauspielhaus Düsseldorf heraus.
Am eigenen Haus lässt er Sebastian Baumgarten mit Oscar Wildes «Salome» und Martin Laberenz mit Peter Handkes «Publikumsbeschimpfung» den Vortritt. In München schickt Martin Kusej Schillers «Don Karlos» ins Intrigengestrüpp, am Wiener Burgtheater untersucht Antu Romero Nunes das Böse in «Macbeth». «Kleiner Mann – was nun?» fragt in Mannheim Volker Lösch mit Hans Fallada, «Angst essen Seele auf» konstatiert Nuran David Calis in Leipzig. Von Angst getrieben sind auch «Die Reichsgründer oder Das Schmürz» in Boris Vians Groteske, die Viktor Bodo am Hamburger Schauspielhaus inszeniert. Bleibt zur Entspannung immer noch das Berliner Ensemble: Dort führen Barbara Bürk und ...
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Theater heute Mai 2018
Rubrik: Daten, Seite 64
von
Krzyzstof Kieslowskis filmischer Zyklus «Dekalog» war der Versuch, die Zehn Gebote mit der polnischen Alltagswelt der späten achtziger Jahre in Verbindung zu bringen. Wie sind die in Steintafeln gehauenen Moralgesetze, die der Bibel zufolge Moses einst auf dem Berg Sinai von Gott erhielt, in einer bröckelnd sozialistischen und doch zutiefst katholisch geprägten...
Nein, es gibt keinen äußeren Anlass, warum tout Munich nun schon seit Februar und noch bis zum Sommer im «Faust»-Fieber schwelgt. Jeder ist eingeladen, und alle sind gekommen. Zwischen 100 und 500 Veranstaltungen sollen es sein, keiner weiß das so genau, Lesungen, Aufführungen, Konzerte, Spaziergänge sprießen wie die Frühlingszwiebeln. Die Paulaner-Brauerei lockt...
Zweifellos gehört es zu den gelungenen Inszenierungen der Lilienthal-Kammerspiele, den eigenen Abgang zu einer Querelle des Anciens et des Modernes zu stilisieren, mit sich selbst in der Rolle des unverstandenen Erneuerers und der Münchner CSU-Stadtratsfraktion als kleingeistig kläffenden Kultur-Dackeln mit beschränktem Quoten-Horizont. Gewiss muss es von außen...
