Mannheim: Star ohne Pop
Wer schon immer mal wissen wollte, wie es Menschen wie Iggy Pop geht oder weiland Lemmy von «Motörhead» oder Janis Joplin, der sollte Simon Stephens’ letztes Stück «Birdland» lesen (und sich nicht daran stören, dass es darin vor Klischees nur so wimmelt). Lesen wohlgemerkt, denn wenn man sich die deutsche Erstaufführung im Nationaltheater Mannheim ansieht, bekommt man so gut wie gar nichts von der Atmosphäre mit, in der sich der gefeierte Rockstar Paul da tummelt und aufführt und untergeht. In der Regie von Burkhard C.
Kominski und vor allem im Bühnenbild von Florian Etti spielt sich stattdessen eine aufgedrehte Homestory ab, die jeder Freizeitrevue einen gruselig-bunten Kick geben dürfte. Und nur irgendwie zufällig ist das Objekt voyeuristischer Begierde ein durchgeknallter Musiker; es könnte auch ein Eiskunstläufer, ein Börsen-Junkie oder der ganz (un-)normale Schlager-Fuzzi mit dem schlecht gehüteten Doppelleben sein.
Den riesigen leeren Bühnenraum gestaltet Etti mit Projektionen lustiger Kinder-Krakelzeichnungen, die gegen Ende immer wirrer und fahriger an den weißen Wänden erscheinen. Warum das so ist, bleibt unergründlich, denn im Vordergrund agieren durchweg ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Chronik, Seite 64
von Bernd Noack
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