94 Prozent Übereinstimmung
Ständig wird man davor gewarnt und doch tun es alle: im Internet surfen und dabei – freiwillig oder unbewusst – jede Menge Datenspuren hinterlassen, aus denen sich intime Persönlichkeitsmuster und Konsumanfälligkeiten errechnen lassen.
Die Münchner Theatermacherin Ana Zirner, die in der Vergangenheit schon unter Jugendlichen im Iran, Obdachlosen auf deutschen Straßen und Widerständlern im Nahen Osten recherchierte und bei ihren Projekten das Infragestellen des eigenen Standpunkts nie ausklammert, hat sich diesmal zu einem radikalen Selbstversuch entschlossen: Mehrere Monate lang stellte sie sich unter digitale Dauerbeobachtung, machte Standort und Pulsfrequenz, Kalorienverbrauch und Googleverläufe auf ihrer Website https://follow-ana.de öffentlich und ließ ihre Daten gleichzeitig von diversen Selbstoptimierungs- und Partnervermittlungsinstituten unter die Lupe nehmen. Was macht das mit einem, wenn es ständig Ernährungs- und Trainingspläne abzuarbeiten gilt und man dabei kaum noch in der Lage ist, unmittelbar subjektives Befinden vom Blick auf die Tagesbilanz des Fitnessscores zu trennen?
Wie es weitergehen könnte, wenn wir Algorithmen und Profilen irgendwann mehr vertrauen als ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Silvia Stammen
Gleißend wäre zu viel gesagt, aber ziemlich hell ist sie schon, die Bühne, die Lucas Devriendt für Julie van den Berghe aus schimmernden Plastikplanen gehängt hat. Von Devriendt heißt es im Programmheft, er stelle aus und lasse klassische Themen der Malerei im Heute spielen. Van den Berghe, geboren 1981, in der belgisch-niederländischen Theaterszene ein Begriff,...
Es geht hier nicht einfach um ein kollektives Besäufnis», beschwor der Maître de Plaisier Carl Hegemann zum Auftakt das erwartungsfrohe Publikum, das die Kantine der Volksbühne bis auf den letzten Holzstuhl füllte. «Es geht heute Abend um viel, viel mehr.»
«Im Gespräch mit redegewandten Persönlichkeiten» wollte die «1-Promille-Show» «Rausch» die «Tiefen und...
Alte Frauen, zwischen 60 und 90 Jahren. Am Strand, an der Kühltheke, im urbanen Nichtort. Die eine bewegt sich kaum merklich im Stehen, die andere versucht einen Sitzblues, die dritte mosht exzessiv, aber alle tanzen. Eun-Me Ahn hat für «Dancing Grandmothers» in der koreanischen Provinz recherchiert, das Ergebnis dieser Recherche ist der Mittelteil des...
