Karlsruhe: Fröhlichen Todestag!

Konstantin Küspert «sterben helfen» (U)

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Strahlend, freundlich, hell ist hier alles, eine Utopie scheint wahr geworden. Schwere Leiden und Schmerzen gibt es nicht mehr, Traurigkeit ist überflüssig. Doch die Leichtigkeit und Schönheit des Science-Fiction-Szenarios von Konstantin Küspert entzaubert sich, wenn man zu ahnen beginnt, was hier eigentlich abgeht.

Die Lebensfreude basiert auf einer Art Neufassung des Generationenvertrags: Jeder Mensch erhält zur Geburt einen Inhalator mit tödlichem Gift – entsprechend der Titel des Auftragswerks «sterben helfen».

Erwachsene benutzen ihn freiwillig, wann immer sie gehen möchten. So werden Beerdigungen zu fröhlichen Abschiedsfesten, ganz nach dem Geschmack der Sterbenden. Im Fall von Lucys Mutter, Professorin, Typ resolute Lady um die 70, blonde Hochsteckfrisur, schwarze Handschuhe, wird es ein feierliches Festessen mit über 200 Gästen. Ihre ritualisierte Abschiedsrede hält Annette Büschelberger in der Uraufführung am Badischen Staatstheater Karlsruhe gefasst, humorvoll und leicht kokett. Ob das minimale Zittern ihrer Stimme der Rührung oder doch einem Hauch von Angst geschuldet ist, egal. Es wird von den Gästen mit Konfettiwerfen und Applaus routiniert überspielt, «wirklich ein ...

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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Cornelia Fiedler

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