Orte des Zusammenseins
«Public matters, now more then ever» steht kurz nach der Wahl von Donald Trump in rotgezackter Comic-Agitations-Grafik auf den Plakaten des Public Theater am Astor Place. Im Foyer werden die verschiedenen Vorstellungen, die gleich beginnen, der erwartungvollen Menschenansammlung ausgerufen. Das Public beherbergt fünf Spielorte, von denen mindestens drei allabendlich gleichzeitig mit Uraufführungen bespielt werden, außerdem die Cabaret-Bühne Joe’s Pub für das Performance-Nachtprogramm.
Im ersten Stock gibt es noch das Restaurant, The Library genannt, nach der ursprünglichen Funktion des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert, das einst die Astor-Bibliothek beherbergte. Vor und während des Zweiten Weltkriegs gehörte es einer Hilfsorganisation für jüdische Flüchtlinge.
Anfang der Sechziger zog der legendäre Joe Papp mit seinem 1954 gegründeten Theater dort ein und erfand es programmatisch als Gegenwartstheater und Forum für Inklusion und neue Ideen. Diesem Geist wird das heutige Public unter seinem künstlerischen Direktor, dem leidenschaftlichen Literatur- und Theaterverfechter Oskar Eustis, mehr als gerecht. An einem Tag im Dezember 2016 kann man hier alle drei Teile der intimen ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: International, Seite 38
von Stefanie Carp
Tschechoslowakei, Sommer 1968. «Why don’t we do it in the road?», röhrt Paul McCartney in schönster Rotzrockerlaune in den Birkenwaldprospekt im Konstanzer Theater. Berechtigte Frage. Warum tun sie’s nicht einfach vor allen Leuten, dieser Landarztvagabund, die Stadtschickse, die Dorflolita oder dieses Triebkomplexpaket, nach dem das Stück benannt ist? Nun, sie tun...
Guter Wechsel» – mit dieser Ankündigung trat die national-konservative Partei «Recht und Gerechtigkeit», kurz PiS, im Herbst 2015 ihre Regierungszeit in Polen an. Wie sich dieser Wechsel gegenwärtig auf die Theaterlandschaft des Landes auswirkt, kann am deutlichsten am Beispiel des Teatr Polski in Wrocław (Breslau) beobachtet werden. Das Haus war in den letzten...
Verdienen wir überhaupt, glücklich zu sein?» Alexander, der wortkarge Typ vom Nachbargrundstück, hieß in Tschechows Originalversion der «Drei Schwestern» noch mit Nachnamen Werschinin, war russischer Offizier und bedauernswerter Gatte einer kranken Ehefrau, die er am Ende doch nicht mit den Kindern allein lassen wollte, obwohl ihm das Liebesglück für ein paar...
