Neugier und Verzweiflung

Münchner Kammerspiel: René Pollesch «Eure ganz großen Themen sind weg», Meg Stuart «Built to Last»

Theater heute - Logo

Die Schnellsprechhysterie hat etwas nachge­lassen und auch der Punch beim Austeilen theoretischer Tiefschläge wirkt ein wenig gebremst. Bei seinem jüngsten Zwischenstopp an den Münchner Kammerspielen zeigt René Pollesch, der seit fast 15 Jahren Schauspieler und Zuschauer mit seinen diskursgesättigten Denkströmen in Atem hält, keinerlei Ermüdungs–erscheinungen, aber doch so etwas wie ein retardie­rendes Moment.

«Eure ganz großen Themen sind weg!» heißt diesmal die Titelschlagzeile, dennoch geht es um Liebe und Tod beziehungsweise um die heikle Frage, wie sich Intensität und Länge des Lebens in einer auf Genussoptimierung eingeschworenen Gesellschaft unter einen Hut bringen lassen.

Dazu hat sich das Pollesch-Pack diesmal ganz buchstäblich im Hohlraum des eigenen Bewusstseins eingenistet und campiert in einem riesigen hölzernen Totenkopf, den Bert Neumann vor einem Fotorundhorizont mit Trailerpark in ausgesucht öder Vorstadttristesse aufgebaut hat und der mittels einer Kurbelvorrichtung dem Publikum die rotschillernde Zunge herausstrecken kann. In den Augenhöhlen funkeln verheißungsvoll aufgereihte Rummelplatzglühbirnchen, oder jemand lässt vorübergehend einfach mal den Vor­hang ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2012
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Silvia Stammen

Weitere Beiträge
Die alten Kinder

Franz Wille Selma Spahic, woher kommen Sie?
Selma Spahic Meine Eltern sind Bosniaken, und ich wurde 1986 in einer kleinen Stadt an der Grenze zwischen Bosnien und Serbien geboren. Foca war auch die erste Stadt, die bei Kriegsbeginn von der serbischen Armee besetzt worden ist. 1992 bin ich mit meinen Eltern erst nach Serbien, dann nach Kroatien geflohen. Drei Monate...

Dämonen etc.: Der Existenz­beauftragte

Als Rainald Goetz noch kein preisgekrönter Schriftsteller und Dramatiker, sondern Kinder–buchrezensent war, «destillierte» er aus den Kritiken von Benjamin Henrichs, Mi­chael Skasa und Peter von Becker sämtliche Adjektive, um sie später in eigenen Texten verwenden zu können. Doch Joachim Kaiser, einst Feuilletonchef der «Süddeutschen Zeitung», schickte den jungen...

Elf Regieschulen

Berlin

Hochschule für Schauspielkunst
«Ernst Busch» Berlin
Belforter Straße 15
10405 Berlin
www.hfs-berlin.de/regie/bewerbungen/
regie@hfs-berlin.de
030 755 417-211

Zugangsvoraussetzungen
Eine besondere künstlerische Begabung, theater­praktische Tätigkeiten, möglichst berufsspezifische Erfahrungen, in der Regel die allgemeine Hochschulreife.
Bei ausländischen Bewerbern die...